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sortimenterbrief Jänner 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Januar 2022.

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1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 1 2 3 4 5 1 2 3 1 2 3 1 2 3 nachbezugsspiegel Kinder- & Jugendbuch Dezember Auslieferung Mohr Morawa Kinney: gregs tagebuch 16 volltreffer!/BAUMHAUS Myst: Das kleine Böse Buch/ UeBerreUter rowling: Jacks wundersame reise mit dem weihnachtsschwein/CArlSen Brezina: Die Bibel in reimen/JoPPY Auer: Die Schule der magischen tiere voll das Chaos!/CArlSen Yamada: vielleicht/ADrIAn Paluten: Donnerwetter am Mount Schmeverest/CoMMUnItY eDItIonS Scheffler, Donaldson: Der grüffelo/ Beltz & gelBerg Auer: Die Schule der magischen tiere Das Buch zum Film/CArlSen Brezina: tom turbo. notruf vom nordpol/g&g Auslieferung Medienlogistik lobe: Das kleine Ich bin ich/ JUngBrUnnen lobe, weigel: Die geggis/ JUngBrUnnen lobe, weigel: Die omama im Apfelbaum/JUngBrUnnen Holzwarth, erlbruch: vom kleinen Maulwurf .../Peter HAMMer Schneider, wolfsgruber: Der Schneeflockensammler/JUngBrUnnen Spitzenreiter nach Verlagsangaben Fischer Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama/FISCHer KJB Steffensmeier: lieselotte weihnachtskuh/FISCHer SAUerlänDer McBratney: weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?/FISCHer SAUerlänDer Oetinger lindgren: weihnachten mit Astrid lindgren/oetInger Stewner: Alea Aquarius. Im Bannkreis des Schwurs/oetInger nöstlinger: Die besten geschichten vom Franz/oetInger Ravensburger guinness world records 2022 tiptoi® Mein großer Adventskalender tiptoi® Meine schönsten weihnachtsmärchen kinder-| jugendbuch Jahres-LUCHS für Juliane Pickel Jeden Monat vergeben DIE ZEIT und Radio Bremen den LUCHS-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Krummer Hund von Juliane Pickel, erschienen im Beltz & Gelberg Verlag, wurde mit dem Luchs des Monats April ausgezeichnet und aus allen zwölf Monatssiegern zum Jahres-LUCHS gekürt. Am Vorabend der Leipziger Buchmesse, am 16. März, wird der mit 8.000 € dotierte Preis verliehen. Kinder- und Jugendbuchpreise der Stadt Wien Die Stadt Wien stiftet jährlich drei Kinder- und Jugendbuchpreise sowie einen Illustrationspreis. Die Kinder- und Jugendbuchpreise sind mit je 4.000 € dotiert und gehen an • Leonora Leitl/Held Hermann. Als ich Hitler im Garten vergrub/ Tyrolia, • Elisabeth Steinkellner/Esther und Salomon/Tyrolia sowie • Dorothee Schwab und Michael Stavaric/Balthasar ˇ Sortiments-Info „Im Märchenreich der Brüder grimm ist manches schön und manches schlimm: Der Frosch trinkt aus dem Silbertässchen, im Schlossturm schlummert ein Prinzesschen, vier tiere geben ein Konzert, zwei Kinder werden eingesperrt … des Mädchens Mund ist rot wie Blut – am ende doch wird alles gut!“ Märchen mal anders ... nämlich in pfiffigen, sprachgewandt geschriebenen Reimen der versierten Dichterin Cornelia Boese. In ihrem zauberhaften Buch Und wenn er nicht gestorben ist, kann’s sein, dass er sie heut noch küsst (Knesebeck Verlag) erzählt sie 14 der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. Selbst Märchenkennern wird die Lektüre bestimmt nicht langweilig, denn durch die witzigen Reime werden die altbekannten Inhalte neu aufbereitet und machen Zuhörern und Vorlesern bestimmt viel Spaß. Besonders zu erwähnen sind die wunderschönen Die Buchklub-Redaktion empfiehlt www.buchklub.at Blutberg/Luftschacht Verlag. Der Illustrationspreis im Wert von 3.000 € geht an Jaguar, Zebra, Nerz, illustriert von Michael Roher und geschrieben von Heinz Janisch aus dem Tyrolia Verlag. Reiner Zimnik verstorben Der Diogenes Verlag trauert um einen der ganz großen deutschen Kinderbuch-illustratoren, der am 8. Dezember im Alter von 90 Jahren gestorben ist. Reiner Zimnik wurde 1930 in Beuthen geboren und wuchs in Niederbayern auf. Ab seinem vierten Lebensjahr zeichnete er. Nach einer Schreinerlehre und einigen Jahren an der Kunstakademie in München lebte er ebendort als Dichter, Zeichner und Maler. Reiner Zimnik wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Anlässlich seines 90. Geburtstags erschien am 24. März 2021 bei Diogenes eine Neuauflage von Der Bär auf dem Motorrad. Illustrationen Daniela Bunges, die den Versen märchenhaftes Leben einhauchen. Hallo, liebe erde (Annette Betz Verlag) ist eine bunte, wunderschöne Liebeserklärung eines Mädchens an unseren Planeten. Tessas Großvater, der früher einmal Entdecker war, erzählt seiner Enkelin von den Abenteuern und den Wundern, die er gesehen hat. Die fantasiebegabte Tessa malt sich alles im Kopf aus und beschließt, der Erde einen Brief zu schreiben. Darin schildert sie, was sie auf ihren Entdeckungsreisen erleben möchte, taucht ein in tiefe Ozeane, begegnet riesigen und winzigen Tieren, rutscht über Sanddünen, kreischt mit den Affen in dichten Regenwäldern und fliegt mit den Vögeln ... Sie erkennt, dass die Erde voller Wunder – und verletzlich ist. So mündet die Geschichte Isabel Otters mit farbenprächtigen Illustrationen Clara Anganuzzis in einem Aufruf, besser auf unseren Planeten achtzugeben, und schließt mit ein paar Ideen, wie wir die Erde noch retten können. © Archiv Diogenes Verlag 64 sortimenterbrief 1/22

www.barbara-brunner.at Der aktuelle Lesetipp von Dr. Barbara Brunner buchrezensionen Liebe Menschen, „Wir spielen Ball, Flöte, Roulette oder die Heldin. Die Zeit spielt uns in die Hände, wieder andere spielen auf Zeit. Er will ja nur spielen, heißt es, wenn die Lage scheinbar ungefährlich ist. Kinder spielen einfach, viele trainieren es, manche Erwachsene betreiben es beruflich. Wir verderben das Spiel, spielen mit dem Feuer, Verstecken oder Katz-und-Maus. Das Geschlecht spielt keine Rolle, behauptet der, der den starken Mann spielt. Wir setzen aufs, kommen ins Spiel. Musizierende spielen Bach, Heranwachsende am Bach. Wir spielen doppeltes Spiel, mitunter um Kopf und Kragen. Nur verspielen will (sich) niemand. Wir spielen auf, an, um, ab und zu. Aber wenn es ernst wird, haben wir ausgespielt. Dann gelten andere Spielregeln und die Spielplätze werden versperrt. Wir spielen alle. Spielen ist Zustand und Arbeit, Absicht und Zufall, Ausnahme und Regel – mit oder ohne Regeln. Es geschieht einfach, wir arbeiten hart dafür oder vergessen völlig darauf. Spielen wir mit offenen Karten: Ich habe mich ins Spiel gebracht und bin Flötenspieler.“ Das sagt Norbert Trawöger, der Intendant des Kepler Salons, des zur Linzer Universität gehörenden „Lusthauses des Wissens und des Diskurses“, der auch Künstlerischer Direktor des Bruckner Orchesters ist und als ausgebildeter Musiker mit Leidenschaft die Flöte und mit seinen Kindern spielt. Er war auch Zirkusdirektor bei der Kinderklangwolke 2015. Dieser „unruhige Geist“ (Eigendefinition) macht sich in der Kremayr & Scheriau-Reihe übermorgen Gedanken zum Begriff Spiel, und das, liebe Menschen, ist für mich zu einem der großartigsten Essays geworden, die ich seit Langem lesen durfte. Er nimmt uns mit auf seine Gedankenschaukel und sinniert über Selbstvergessenheit, Nützlichkeit und Perfektion, über Normalität, Würde und Achtsamkeit, über die menschlichen Interaktionen beim Orchesterspiel, um schließlich bei einem funkensprühenden Diskurs über Kultur zu landen. Ich würde am liebsten das ganze Buch zitieren, das so viele brillant formulierte kluge Gedanken enthält und dabei ein solches Lesevergnügen bietet, ein Buch, das man sich selbst und lieben Menschen schenken sollte, weil es beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. „Das Recht auf Langeweile und auf Spiele sind unabdingbare menschliche Grundrechte, die den Status eines Menschenrechts haben sollten.“ – Mit diesem Zitat aus Norbert Trawögers Spiel will ich Sie auf den zweiten Titel der übermorgen- Reihe aufmerksam machen, in dem die Regisseurin und Schriftstellerin Isabella Feimer über das befreiende kreative Potenzial des Innehaltens in einem Selbstversuch in Langeweile berichtet. Dieser Parforceritt durch Philosophie, Literatur, Film und Psychologie wird in einer rhythmischen Sprache und in einem Tempo vorgetragen, dass Ihnen sicher nicht langweilig wird. Ganz anderes Vergnügen bringt der neue Roman von Mario Schlembach HEutE GRABEN. Schlembach hat Theater-, Filmund Medienwissenschaft sowie Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien studiert und lebt a l s Schriftsteller und Totengräber in Niederösterreich. Da ist der Plot fast vorprogrammiert: Der Held des Romans trauert der ersten großen Liebe A. nach und sucht auf Dating-Portalen immer wieder ein neues Glück. Nachdem er sich intensiv mit den Werken von Thomas Bernhard auseinandergesetzt hat, wird bei ihm dieselbe Lungenkrankheit diagnostiziert wie bei dem alten Meister. Und trotzdem schaufelt er weiter Gräber aus und trägt Särge bei Blasmusikbegleitung zu den offenen Gräbern. Es sind die Schilderungen der Begräbnisse mit all ihren tragisch-komischen Begebenheiten, die Begegnungen und Nächte mit den doch nicht richtigen Kurzzeit-Partnerinnen und nicht zuletzt die Besuche bei den diversen Ärzten, die mit so viel Ironie und schwarzem Humor geschildert sind, dass man sich als Leser nicht nur an offenen Gräbern das Lachen verbeißen muss. Mit diesem Roman zieht Mario Schlembach sämtliche Register des autofiktionalen Erzählens, und seine Enzyklopädie des Scheiterns geht einem so nahe, dass man den Erzähler am liebsten in die Arme nehmen würde. Ob Essays den Geist beflügeln oder ein Roman das Herz erreicht – Sie ahnen schon, was jetzt kommt: Ceterum censeo/ Lesen ist schön. Herzlich Barbara Brunner © Reinhard Winkler © detailsinn.com © Matthias K. Heschl sortimenterbrief 1/22 65


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