»Zunahme der Remissionsmengen von 25 %« Vergleich zum Vorjahr. Das ist eine alarmierende Zahl und muss der Branche als Aufforderung dienen, den gesamten Remissionsprozess neu zu denken. Remissionen verursachen - egal ob bei Verlag, Buchauslieferung oder Bucheinzelhandel - enorme Kosten. Abgesehen von einer regelrechten Verschwendung von Ressourcen. Wer trägt die Kosten dafür? Fritthum: Am Ende alle Teilnehmer - der Verlag trägt unnötige Herstellungskosten, die Auslieferung und der Bucheinzelhandel unnötige Handlingskosten, alle zusammen unnötige Transportkosten. Gleiches gilt für die Bindung von Liquidität. Was berichten die Vertreter:innen von der Reise? Fritthum: Ein Bild, das sich seit einiger Zeit zeigt, ist das verhaltene Bestellvolumen bei Novitäten. Es wird vom Handel genau abgewartet, ob der Titel auch tatsächlich abfließt - nur wenn das der Fall ist, wird auch in laufenden Kleinmengen nachbezogen. Infolgedessen wird die Vormerkerzahl immer weniger aussagekräftig. Das führt dazu, dass Verlage bei der Festlegung der Druckauflage für die Erstmenge immer weniger valide Zahlen zur Verfügung haben. Auch die Disposition für die Auslieferung erschwert dieses Bestellverhalten enorm. Welche Maßnahmen setzen Sie, um in Ihrem Haus der Entwicklung entgegenzuwirken? Fritthum: Durch die deutliche Divergenz zwischen Inflation und Ladenpreiserhöhung seit vielen Jahren verschärft sich die Problematik immer mehr. In den Jahren 2022 bis 2025 hat sich der VPI (Verbraucherpreisindex der Statistik Austria) um knapp 25 % erhöht. Der Ladenpreis aller über Mohr Morawa ausgelieferten Bücher im gleichen Zeitraum jedoch nur um 9,5 %. Da sämtliche Aufwände, die eine Auslieferung zu tragen hat (Personalkosten, Transportkosten, Energiekosten), im Großen und Ganzen der Inflation angepasst werden, hinkt der Ladenpreis bei der Anpassung hinterher. Auf der anderen Seite werden alle Erträge auf Basis des Ladenpreises erwirtschaftet. Das ist auf Dauer eine ungesunde Entwicklung. Bei Mohr Morawa müssen wir daher noch mehr alle einzelnen Abläufe sowie Kosten einer laufenden Überprüfung auf Wirtschaftlichkeit unterziehen. So haben wir das auch vor dem Entschluss, unseren zweiten Standort in Wien Hacking aufzulassen, gemacht. Im Zuge der MELO-Insolvenz drohte 2023 sehr vielen österreichischen Verlagen das Schicksal, keine Auslieferung mehr zu haben, gleichzeitig konnten wir uns mit der HGV-Gruppe einigen, dass der österreichische Handel zukünftig über Mohr Morawa beliefert wird. Dieses Volumen konnten wir an unserem bisherigen Standort in der Sulzengasse nicht verarbeiten - daher damals der Entschluss, einen zweiten Standort zu eröffnen. Leider ist es uns in den letzten Jahren nicht gelungen, den neuen Standort wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben - daher gehen wir wieder einen Schritt zurück und bündeln zukünftig wieder alle Auslieferungstätigkeiten in der Sulzengasse. Mit Ende Juli werden alle Übersiedlungen abgeschlossen sein, in Hacking wird dann nur mehr ein Palettenlager mit ca. 3.500 Palettenstellplätzen von uns betrieben werden. Dadurch kommt es aber auch zu Umsatzeinbußen? Fritthum: Natürlich - wir waren dadurch auch gezwungen, uns von dem einen oder anderen langjährigen Verlagspartner zu trennen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht - schlussendlich ist es aber nicht verantwortbar, wissentlich weiterhin ein nicht profitables Geschäft zu betreiben. © Verlagsbüro Schwarzer Palettenhochlager in Hacking
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preise & auszeichnungen Michael Don
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