Unsere Online-Publikationen zum Blättern

Aufrufe
vor 2 Jahren

sortimenterbrief Juli/August 2019

Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juli-August 2019

© Hanslmeier privat

© Hanslmeier privat Ossi Hejlek im Gespräch mit Univ.-Prof. Dr. Arnold Hanslmeier Vom geozentrischen Weltbild bis zur Chaostheorie. So gut funktioniert der Kosmos. www.pustet.at Advertorial Was erwartet die Leser? Hanslmeier: Das Buch erzählt die Geschichte darüber, wie sich unser Weltbild von unserem Platz im Kosmos geändert hat. Das begann im Altertum, als man an das geozentrische Weltbild mit der Erde im Mittelpunkt glaubte. Das ist ja auch das, was wir bei der täglichen Beobachtung wahrnehmen – die auf- und untergehende Sonne, das Erscheinen und Verschwinden der Sterne. Da liegt die Vermutung nahe, dass sich alles um uns herum bewegt. Bereits bei den alten Griechen betrachtete man dies genauer, bestimmte Entfernungen, wie zum Beispiel das Verhältnis von Erde/Sonne zu Erde/Mond – mit ganz einfachen Mitteln. Auch den Erdumfang konnte man schon auf wenige hundert Kilometer genau bestimmen. Von welcher Zeit sprechen wir da? Hanslmeier: Das geozentrische Weltbild geht schon auf Aristoteles zurück – das heißt ungefähr 300 Jahre v. Chr. Dieses wurde dann von Ptolemäus ca. 100 nach Chr. verfestigt und auch bei uns im Abendland übernommen. Das Weltbild der Ägypter und der Babylonier unterscheidet sich nur wenig – beispielsweise im Kalender. Die Ägypter entdeckten die Schalttage. Sie kannten die Himmelsgöttin Nut, die mit einer Barke über den Himmel zieht, am Abend in die Unterwelt eintaucht und am folgenden Tag wieder vorbeizieht. Die Babylonier konnten durch die Keilschrift Planetenstellungen vorbestimmen, Finsternisse vorhersagen. Sie haben ja nicht nur christliche Anschauung beschrieben, sondern auch die der Indianer, Mayas und Azteken sowie die hinduistische Sichtweise ... Hanslmeier: Im Hinduismus spricht man von langen Zyklen – der Vorstellung, dass das Universum immer wieder entsteht und vergeht. Das sind Dinge, die man auch heute in der modernen Kosmologie findet, wo es eine Ansicht gibt, dass das Universum aus dem Urknall entstanden ist – es vielleicht igendwann zu einem Crash kommt, auf den ein neuer Urknall folgt. Wie kann man überhaupt Millionen oder Milliarden Jahre zurückforschen? Hanslmeier: Wir wissen, dass das Universum sich ausdehnt. Aus der Ausdehnungsrate kann man zurückrechnen, wann der Urknall war. Dabei kommt man ziemlich genau auf 13,7 Milliarden Jahre. Man kann sich das so vorstellen, als ob eine Eintagsfliege die Entwicklung der Menschen zu verstehen versucht. Das täte sie durch Beobachtung des Moments in seiner Unterschiedlichkeit und würde sich daraus die Entwicklung, das Altern, ausrechnen. Wir vergleichen beispielsweise unsere Sonne mit anderen Sternen und sehen, dass es ältere und jüngere Sterne gibt. Daraus können wir die Entwicklungsgeschichte der Sonne ganz gut darstellen. Wie sehr hat das heliozentrische Weltbild die Gesellschaft verändert? Hanslmeier: Zunächst nahm es die Kirche nicht sehr ernst. Als man die Konsequenzen des neuen Weltbildes erkannte, wurde es stark angefeindet. Man beobachtete damals Flecken auf der Sonne – auch das durfte es aus Sicht der Kirche nicht geben, die Sonne musste ein runder makelloser Körper sein. Giordano Brunos Ansicht, dass das Universum unendlich sei und es aufgrund dessen auch anderswo Leben geben könnte, brachte ihn letztendlich auf den Scheiterhaufen. 42 sortimenterbrief 7-8/19

novitäteninterview Basiswissen leicht erklärt Ende des 16. Jahrhunderts kam dann Galileo Galilei auf die Bühne ...? Hanslmeier: Er war der Erste, der das Teleskop für astronomische Beobachtungen einsetzte. Er sah die sich um den Jupiter bewegenden Monde, die Mondkrater, die Phasen der Venus. All das war nur duch das heliozentrische Weltbild erklärbar. Wir Menschen bestehen eigentlich aus Sternenstaub? Gibt es ein Ablaufdatum für die Erde? Hanslmeier: Ja. Die Sonne hat ein Alter von 4,5 Milliarden Jahren. In 100 bis 150 Millionen Jahren wird sie so heiß und hell geworden sein, was die Erde unbewohnbar machen wird – verdampfende Ozeane, extremer Treibhauseffekt sind die Folgen. In ca. vier Milliarden Jahren wird sich die Sonne zu einem Roten Riesen entwickelt haben. Sie wird so groß sein, dass sie sich über die Erde hinweg ausgedehnt haben wird. Hanslmeier: Ja. Die Elemente, die für das Leben wichtig sind, sind durch Kernfusion erst später im Inneren der Sterne entstanden – Sauerstoff, Kohlenstoff usw. Das bedeutet, wir bestehen aus Sternenstaub. Bei der Entstehung des Universums gab es nur den Wasserstoff. Im Kapitel „Chaos oder Ordnung“ nehmen Sie Bezug auf die Gegenwart? Hanslmeier: Es gab die große Zeit mit Newton, der das Gravitationsgesetzt gefunden hat. Er sagte, dass die Gesetze, die wir auf der Erde finden, auch im Kosmos gelten müssten. Das war eine große Erweiterung. Es entstand der Eindruck, dass unser Universum wie ein Uhrwerk funktioniert, komplett vorherbestimmbar wäre. Dann kam aber Laplace, der sagte, dass wenn ich von allen Atomen im Universum genau weiß, wo sie sich befinden und welche Kräfte auf sie wirken, das Universum vorhersagbar sein müsste. Die Chaostheorie zeigt aber, dass es prinzipiell so nicht funktioniert, da es Systeme gibt, die sehr empfindlich auf unterschiedliche Anfangsbedingungen reagieren. Wenn ich einen Ortswert eines Atoms nur geringfügig verändere, kommt etwas ganz anderes heraus. Aus diesem Grund ist das Wetter auch nicht lange vorhersagbar. Es gibt den berühmten Schmetterlingseffekt, der besagt, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings hier, theoretisch einen Tornado in China auslösen könnte. Wie sieht es mit Leben im All aus? Hanslmeier: Wir haben in den letzten 30 Jahren sehr viele Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gefunden – so genannte Exoplaneten. Planeten gibt es einige hundert Milliarden ... da wäre die Wahrscheinlichkeit auf Leben zu stoßen durchaus gegeben. Für wen ist das Buch gedacht? Hanslmeier: Es ist für alle naturwissenschaftlich Interessierten. Sie können es häppchenweise konsumieren oder auch thematisch herumspringen. Viele Illustrationen und Fotografien bereichern die Reise durch den Kosmos. Danke für das Gespräch! Arnold Hanslmeier Unser Platz im Kosmos 176 S., durchg. farbig bebildert, HC, 978-3-7025-0952-1, € 24,– Verlag Anton Pustet ET: Ende August 2019 Ingrid Andreas Kochbuch ohne Rezepte Band 1– 4 Um die vielen Geheimnisse hinter den Rezepten geht es in der Reihe „Kochbuch ohne Rezepte“: Im Fokus steht all das, worauf man beim Kochen immer achten sollte, was aber in herkömmlichen Kochbüchern nicht zu finden ist. Band 1, Küchenpraxis ISBN 978-3-7025-0913-2, € 27,– Band 2, Mehl, Milch & Ei ISBN 978-3-7025-0914-9, € 27,– Band 3, Obst & Gemüse ISBN 978-3-7025-0915-6 (ET 5. 5. 2019), Preis ab 5.6.2019: € 27,– Band 4, Fisch & Fleisch ISBN 978-3-7025-0916-3 (ET 5. 8. 2019), Preis ab 5.8.2019: € 27,– Subskriptionspreis bis 4. 8. 2019: € 22,– Set ISBN 978-3-7025-0917-0, € 99,– Subskriptionspreis bis 4. 8. 2019: € 79,90 sortimenterbrief 7-8/19 43 Lesen Sie uns kennen. www.pustet.at

sortimenterbrief


Copyright 2021 | All Rights Reserved | Verlagsbüro Karl Schwarzer Ges.m.b.H.
Empfehlen Sie uns weiter!