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sortimenterbrief Juli/August 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juli 2020.

© Thomas Schrott © kk

© Thomas Schrott © kk „Die Verlagsförderung sichert eine lebendige Verlagslandschaft und ist eine indirekte Förderung von Autorinnen und Autoren.“ Markus Hatzer, Haymon Verlag „Die Versandkosten in Relation zum Buchpreis sind einfach zu hoch, ein günstiger ‚Bücherbrief‘ wäre sehr hilfreich.“ Annette Knoch, Literaturverlag Droschl Haymon und die Dauer eines Augenblicks Ins gleiche Horn stößt man im Westen Österreichs, in Tirol. Verleger Markus Hatzer (Haymon) malt den Lockdown als düsteres Bild. Die Absage des erfolgreichen Krimifestes und die Haymon-Abwesenheit bei der Frankfurter Buchmesse sind fix. „Diese Entscheidungen sind uns nicht leichtgefallen“, hadert Markus Hatzer. Doch es sind ökonomisch notwendige Maßnahmen und es ist davon auszugehen, dass viele Verlage gerade ähnliche Konsequenzen ziehen. Gewitterwolken am kaufmännischen Horizont dieses Jahres. Dennoch: Die Verluste bei Haymon haben sich in Grenzen gehalten. Grund dafür ist ein offensichtlich absatzstarkes Programm. Die Ansicht, Frühjahrs-Verluste bis zum Jahresende ein wenig wettzumachen, soll gestützt werden durch „Verkaufsboni für Buchhandlungen und verstärkte Internet-Aktivitäten der Branche“, meint Hatzer zum grundsätzlichen Kurs. An Graz ist der Lockdown ebenfalls nicht spurlos vorbeigegangen. Verlegerin Annette Koch (Droschl) spricht von „zunächst verheerenden Auswirkungen“. Die Absage der Leipziger Buchmesse und unzähliger Lesungen, der fehlende persönliche Austausch mit dem Publikum. Alles Parameter, die dem Verkauf von Büchern nicht förderlich sind. Vor diesem Hintergrund ist das Minus bei Droschl „beträchtlich“. Der Absatz der Bücher knickt vorerst dramatisch ein, erholt sich aber im Laufe des April ein bisschen, besonders der Verkauf der Backlist ist stabil gewesen. Herbst und „Christkind“ Wenn es um die Produktionen für die zweite Jahreshälfte geht, ist das Bild der Verleger kein homogenes. Der eine ist offensiver, der andere (vorerst) defensiver. Annette Koch (Droschl) steuert dem Herbst- und Weihnachtsgeschäft mit großer Vorsicht, wohl auch mit Skepsis entgegen. Sie berichtet, dass ihre Vertreter eine schwierige Situation, angespannte Stimmung und sehr vorsichtige Einkäufe rückmelden. So ist es für die Grazer Verlegerin „zu früh, um über die Auswirkungen bis Weihnachten zu sprechen“. Offensiver klingt die Botschaft vom Heumarkt in Wien. Katarzyna Lutecka (Amalthea Signum) will das geplante Herbstprogramm möglichst unverändert realisieren. Es handelt sich um zwölf Titel aus der bewährten Rubrik Sachbuch von Autorinnen und Autoren wie Lisbeth Bischoff, Georg Markus und Piotr Beczała sowie Literarisches von Radek Knapp. Dennoch schwingt auch Vorsicht mit, wenn es um die Druckauflagen geht. Hier will man vor Entscheidungen die Marktentwicklung genau beobachten. Auch im Westen klingt die Antwort nach dem Geschäft in der zweiten Jahreshälfte nicht wie Seemannsgarn. Markus Hatzer (Haymon) geht davon aus, dass das diesjährige Weihnachtsgeschäft vergleichsweise normal ausfällt, dementsprechend sind keine Titelreduzierungen geplant. Georg Glöckler (G&G/Ueberreuter) hat, kaufmännisch-pragmatisch, „einige Titel verschoben, um Ressourcen zu sparen“. Insgesamt erhofft man sich ein gutes Weihnachtsgeschäft, worauf das Team des Verlegers aus Wien auch vorbereitet ist. Signale von stürmischer See Georg Glöckler (G&G/Ueberreuter) hat aber auch an die Politik einen Wunsch: Keine „Fördergießkanne“, sondern zielgerichtete Maßnahmen. Die Parameter zur Förderung von Verlagen seien laut Glöckler zu ändern. Nicht nur „die reine Kunst“ sei zu berücksichtigen, denn dadurch „fallen derartig viele Verlage aus der Förderung heraus, dass dies eine ungerechte Verteilung der Mittel darstellt und sich daraus eine eindeutige Wettbewerbsverzerrung ergibt! Sehr kleine Verlage bzw. Verlage, 16 sortimenterbrief 7–8/20

© Moritz Schell „Eine Imagekampagne für das Buch und das Lesen, das gehört gemacht! Auch als Dank an die Buchhändlerinnen und Buchhändler.“ Mag. Katarzyna Lutecka, Amalthea Verlag Droschl: Gigantisch. Hinterhältig. Präzise Amalthea bringt süße Herbst-Melancholie die gerade beginnen, werden gar nicht zur Förderung herangezogen, obwohl gerade diese es nötig hätten“, so Verleger-Doyen Georg Glöckler. Für Katarzyna Lutecka (Amalthea Signum) wäre eine „österreichweite Imagekampagne für das Buch und für das Lesen“ gut vorstellbar. Amalthea ist diesbezüglich offensiv. Mit der Kampagne „LeserIn, ich liebe dich“ unterstützt Amalthea den Buchhandel. Bezüglich Förderungen Lesen wird intensiver gefördert 84 % mehr Förderung! Von 60 € pro Leseeinheit auf 110 € wird die Förderung von Autorenlesungen in Schulen erhöht, die über das Service Center Leseförderung gebucht werden. „Mit voller Kraft in den Leseherbst“ lautet dazu das Motto von Kurator Friedrich Hinterschweiger, der diese Aufstockung der Fördermittel möglich gemacht hat. In der nächsten Ausgabe des sortimenterbriefs wird ein ausführlicher Bericht dazu, auch mit allen Länderförderungen, zu lesen sein. • sortimenterbrief 7–8/20 will Lutecka neu definierte Kriterien und transparentere Entscheidungsfindungen. Insgesamt eine gerechtere Verteilung der öffentlichen Gelder. Und auch Markus Hatzer (Haymon) weiß bei der Frage nach sinnvollen Hilfestellungen ebensolche Antworten. Für ihn wäre es wünschenswert, wenn der Fachverband finanzielle Unterstützungsmaßnahmen für österreichische Verlage prüfen würde. Die Verlagsförderung in Österreich sieht © Mitteregger „Die Fördermittel werden im ‚Corona- Herbst‘ von 60 auf 110 Euro pro Leseeinheit erhöht! So fördern wir Leser, Autoren und Verleger!“ Komm.-Rat Friedrich Hinterschweiger, Kurator Service Center Leseförderung er als ein bewährtes und unerlässliches Instrument, „um eine lebendige Verlagslandschaft zu gewährleisten und um die Verbreitung von qualitativen Programmen zu sichern“. Annette Knoch (Droschl) wünscht sich vorerst vergleichsweise wenig: günstigere Versandmöglichkeiten. Doch was klein klingt, hätte große Effekte – für Verleger und Buchhändler im Kanonengewitter der Online-Riesen. • Keine Posttarif- „Zuckerln“ für das Buch Der Versand von Büchern ist immer wieder im Fokus der Betrachter, da man sich die Posttarife im Sinne des Kulturgutes Buch für „Bücherbriefe“ gesenkt wünscht. Die Post AG bietet dafür Business-Lösungen an, die – unabhängig von Branchen – für alle Businesskunden im B2C-Versand gelten. Unter paket@post.at gibt es entsprechende Informationen bezüglich Versand-Software und Online-Reporting. • 17 bezahlte Einschaltung


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