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sortimenterbrief Juli/August 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juli 2020.

© Barbara Andres Ossi

© Barbara Andres Ossi Hejlek im Gespräch mit Groh-Vertriebsleiterin Astrid Iffland »Österreich kann sich freuen, wir kommen!« Mit einem starken Herbstprogramm in der Tasche will Astrid Iffland mit dem österreichischen Buchhandel den persönlichen Austausch intensivieren. Sie sind fast ein Jahr bei Groh. Wie lief das erste Jahr? Iffland: Das erste Jahr war für mich sehr spannend und arbeitsintensiv. Es ist natürlich etwas anderes, als Belletristik zu vermarkten – was ich lange für PIPER tat. Auf der anderen Seite entspricht Geschenkbuch bezüglich der Strukturen sehr dem Kinderbuch – da kommen mir meine sechs Jahre bei Ravensburger zugute. Wir legten vergangenes Jahr los und ließen kein Steinchen auf dem anderen, haben den Verlag ziemlich umgekrempelt. Es gab die Aufgabe zu bewältigen, die beiden Labels, Pattloch Geschenkbuch und Elma van Vliet, in den Vertrieb von Groh einzugliedern. Gleichzeitig sind wir in Deutschland zur HGV gewechselt, was ein riesiges Projekt war. Parallel zur vertrieblichen Integration musste auch die Abgrenzung der Marken untereinander gelöst werden. Wir haben uns in mehreren Workshops damit beschäftigt. Im heurigen Herbst wird man bereits die Ergebnisse in den Programmen sehen. Parallel habe ich meine Vertriebsabteilung neu strukturiert. In Deutschland haben wir aus zehn Reisegebieten sieben gemacht. In Österreich blieb es gleich – wir arbeiten sehr gut mit Mohr Morawa zusammen, was die Auslieferung betrifft und auch in puncto Vertreter. Wie sehr wurde Groh von Corona getroffen? Iffland: Die Warengruppe Geschenkbuch wurde ordentlich von Corona gestreift. Geschenkbuch ist kein Zielkauf – das findet am POS statt. Wenn der geschlossen ist, hat die ganze Branche im Geschenkbuch-Segment Schwierigkeiten. Schön war zu sehen, wie aktiv viele kleine und mittlere Buchhandlungen waren – auch wenn das Geschenkbuch hier nicht sehr profitieren konnte. Und es fehlten Anlässe, bei denen man Menschen trifft und Geschenkbücher braucht ... Iffland: Das ist richtig ... mal abgesehen von Ostern oder Muttertag ... (lacht). Aber ja, auch hier war es schwierig. Der positive Nebeneffekt von Corona ist für mich, dass die Branche noch einen deutlichen Digitalisierungsschub erhalten hat. Wie sieht es mit der Präsenz von Groh auf der Frankfurter Buchmesse aus? Iffland: Es gibt die Entscheidung, dass alle Holtzbrinck Buchverlage nicht an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen. Als 100-prozentiges Holtzbrinck-Unternehmen gilt das somit auch für uns. Als Geschenkbuchverlag können wir das verschmerzen. Ich denke jedoch, dass es perspektivisch ein großer Schaden für die Branche wäre, wenn es in der Zukunft Nachhall fände. Wie entwickelt sich das Geschenkbuch am Markt? Iffland: Es ist grundsätzlich eine wachsende Warengruppe. Wobei man dazu sagen muss, dass es darauf ankommt, welche Titel Verlage als Geschenkbuch klassifizieren. Festzustellen ist, dass viele Belletristikverlage zunehmend Titel in diese Warengruppe 22

melden. Somit wächst sie auch stetig. Unsere Kalender laufen beispielsweise auch in der Warengruppe Geschenkbuch. Manche Titel erzielen extreme Ausschläge nach oben. Schön ist, dass das Geschenkbuch auch immer starke Backlistverkäufe verzeichnet. Was sind die Groh-Highlights im Herbst? Iffland: Einerseits ist das die Aktion „Kraft aus der Natur“. Dieses Thema hatten wir bereits vor Corona entwickelt. Diese hätten wir gerne vorgezogen, um schon im Sommer damit am Markt zu sein. Das ging aber produktionstechnisch leider nicht. Umso mehr freuen wir uns auf den Herbst. Wir leben ja im Geschenkbuch von Aktionen – Groh hat jeden Monat eine. Das zweite Highlight ist unser Klassiker, die Jahresstart- Aktion, die im heurigen Jahr den Titel trägt: „Sei glücklich, nicht perfekt!“. Diese wird Ende November ausgeliefert. Sie ist erfahrungsgemäß besonders im Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr sehr stark im Absatz. Groh hat ja auch starke Einzeltitel ... Iffland: Wir haben eine neue Produktform mit aufschneidbaren Seiten. In You can! 30 beeindruckende Frauen und ihre Geschichten, die Mut machen findet man inspirierende Geschichten von 30 Frauen. Man liest ein Zitat und kann raten, wer sich dahinter verbirgt. Dann kann man die Seiten auftrennen und erfährt, um wen es sich handelt. Der Reigen spannt sich von Coco Chanel, Eleanor Roosevelt oder Marie Curie bis hin zu Astrid Lindgren – man findet aber auch einige unbekannte besondere Persönlichkeiten. Bei Pattloch haben wir einen Spiralaufsteller mit dem Titel Flower Meower. Die Illustratorin Mia Charro ist ein großer Fan von Frida Kahlo, was auch in ihren sehr witzigen Tierillustrationen deutlich wird, die durch originelle Sprüche ergänzt werden. geschenkbuch im herbst Ein auch für Groh ganz besonderes Buch ist der Titel Nimm das Leben leicht! mit Bildern und Gedanken von Spielkkind. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich Kerstin Hiestermanns. Sie sagt über ihre Bilder: „Ich kombiniere reale Gegenstände, die ich auf weißes Papier lege, mit einfachen gezeichneten Linien und lasse dadurch neue Welten entstehen.“ Sie macht auch ganz viele Postkarten. Im Buch kombiniert sie Fotos mit feinen Schwarz-Weiß-Illustrationen. Das Buch halt Kultpotenzial. Auf Instagram hat die Illustratorin eine Fangemeinde von rund 100.000 Followern. Im Gesundheitsbereich haben wir eine Kooperation mit GU. Hier bringt Pattloch Ende November zum Intervallfasten Mein Wohlfühltagebuch heraus. Es ist am Gräfe & Unzer- Bestseller von Dr. Petra Bracht angelehnt. Das Wohlfühltagebuch präsentiert nicht nur die wichtigsten Grundlagen zum Intervallfasten. Es hilft mit den enthaltenen Vorhabenund Einkaufslisten, Ergebnisprotokollen und motivierenden Zitaten auch beim Durchhalten. Welche Vorhaben gibt es in Richtung Österreich? Iffland: Österreich kann sich freuen, wir kommen! (lacht) Wir haben vor, das Miteinander mit den Buchhandlungen zu intensivieren. Danke für das Gespräch! 23


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