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sortimenterbrief Juli/August 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juli 2020.

uchrezension

uchrezension www.barbara-brunner.at Der aktuelle Lesetipp von Dr. Barbara Brunner Was für Frauen, was für Lebensgeschichten ... Liebe Leute, die eine hieß Chaja und hatte weder Medizin studiert noch besaß ihr Vater ein Landgut, sie fälschte ihre Biografie und baute aus dem Nichts einen Weltkonzern auf; die andere war Zeitungsverkäuferin und brachte es bis zur „First Lady Venedigs“, befreundet mit allen Größen aus Kunst und Kultur ihrer Zeit. Aber der Reihe nach: Chaja wuchs im Judenviertel von Krakau als älteste von acht Schwestern auf, der Vater Hertzel handelte mit Kerosin und mit Eiern, sie hatte schon immer einen Sinn fürs Geschäft und ebenso wenig Lust, der Tradition folgend zu heiraten und Kinder zu bekommen. Daher ging sie lieber zur Familie der Tante Silberfeld nach Wien und bewies im dortigen Pelzgeschäft ihr Talent fürs Verkaufen. Nach zwei Jahren überredet sie ihre Familie, ihr eine Überfahrt zu zwei Onkeln nach Australien zu ermöglichen – und da sie am Heiratsmarkt nicht mehr zu vermitteln ist, findet sie sich schließlich auf dem Kabinendeck eines Schiffs auf dem Weg zum fünften Kontinent. Im Gepäck hat sie zwölf Tiegel ihrer kostbaren Gesichtscreme nach dem Rezept des Krakauer Apothekers Jakob Lykusky. Sie macht die Bekanntschaft von vornehmen Engländerinnen, die ihr in Australien noch hilfreich sein werden, und nennt sich fortan Helena. Sie kultiviert im Englischen ihren polnischjüdischen Akzent und macht erste Geschäfte mit der Gesichtscreme, die sie in kleinen Portionen verkauft. Von der Idee, die Creme selbst herzustellen, bis zum weltumspannenden Konzern der Helena Rubinstein liegt eine Geschichte, die atemberaubender und spannender nicht sein kann. Wie Helena ihren ersten Beauty-Salon in Melbourne eröffnet, kurz darauf schon in Paris und London ist, wie sie Amerika erobert und sich in New York mit ihrer Konkurrentin Elizabeth Arden matcht, wie sie durch Europa reist und mit den besten Pharmazeuten und Chemikern an ihren Produkten arbeitet, wie sie die Haute Couture entdeckt und Kunst sammelt, wie sie nach und nach ihre ganze Familie auf strategisch wichtige Posten ihres Konzerns setzt und wie sie vor allem Lippenstift, Wimperntusche und Schminke auch für bürgerliche Frauen salonfähig macht, das versetzt wirklich in Staunen. Sie war sicher weder eine angenehme Chefin, noch Ehefrau und schon gar nicht Mutter für ihre beiden Söhne. Aber faszinierend ist, wie visionär ihr Denken war, wie sie sich in die Bedürfnisse ihrer Kundinnen versetzen konnte und wie brutal sie zum Teil auch ihre Ziele verfolgt hat. Nicht minder faszinierend ist die Geschichte von Margherita: Sie lebte nach dem Ersten Weltkrieg mit ihrer Mutter und den beiden Schwestern im Gesindehaus der Ursulinen in Treviso, die Mädchen konnten die Schule der Ursulinen besuchen, waren aber von der Bildung für höhere Töchter ausgeschlossen. So lebten die Frauen von den Einkünften aus ihrem Zeitungskiosk, und das war vermutlich der Schlüssel zum Erfolg: Wenn sie nicht gerade Zeitungen austragen musste, las Margherita alles, was ihr in die Finger kam, Berichte über Kultur, Wirtschaft und Politik im Corriere della Sera wurden von ihr verschlungen und vor allem auch durchdacht, sodass sie sich auf diese Weise eine beträchtliche Allgemeinbildung erwarb. Und das Herz des jungen Conte Antonio Revedin eroberte, Sohn aus einer vermögenden venezianischen Unternehmer- und Adelsfamilie, deren Mitglieder aber zum großen Teil im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen waren. Margherita war eine auffallende Schönheit mit schwarzem Haar und grünen Augen, aber besonders fasziniert war der Conte vom Wissen und der Persönlichkeit der jungen Frau. Es mutet erstaunlich an, dass die Tante des Conte nicht gegen eine Heirat opponierte, sondern dass sie sich vielmehr der jungen Frau annahm und sie in die Gesellschaft einführte. Es folgten Hochzeit, Umzug von Treviso in das heruntergekommene „Dorf“ Venedig, damals ein verarmter, trister Ort. Und doch verliebt sich Margherita in die Stadt und unterstützt ihren Mann in allen Belangen. Nino ist leidenschaftlicher Fotograf und Unternehmer, er brachte mit einer Gruppe Gleichgesinnter Schiffbau sowie Energie- und Metallindustrie nach Venedig, und sie förderten neben dem seit 1900 gehobenen Kulturtourismus auch den Naturtourisums. Und da kommt Margherita wieder ins Spiel: Auf ihre Idee hin bekommt der Lido einen Golfplatz, sie machen ihr Hotel Excelsior zu einem Hotspot der Berühmten und Reichen und gründen 1932 das Filmfestival. Margherita schart die größten Künstler, Dichter und Denker um sich, ist befreundet mit Coco Chanel, Greta Garbo, Clark Gable oder Pablo Picasso, und ihre treueste Freundin wird Peggy Guggenheim. Dass in diesem Leben aber nicht nur Licht, sondern auch viel Schatten war, können Sie sich vorstellen. Ich empfehle Ihnen diese Roman- Biografien aufs wärmste, sie faszinieren durch die unglaublichen Lebensgeschichten und die Persönlichkeiten dieser damals schon so emanzipierten Power-Frauen, sie bringen stundenlanges Lesevergnügen und geben viel zum Nachdenken. Aufs Feinste. Versprochen. Herzliche Sommergrüße Barbara Brunner Ingo Rose, Barbara Sichtermann AUGEN, DIE IM DUNKELN LEUCHTEN HELENA RUBINSTEIN Eine Biografie ca. 300 Seiten, HC, ISBN 978-3-218-01225-6 € 24,– Kremayr & Scheriau ET: 17. August Jana Revedin MARGHERITA Roman ca. 304 Seiten, HC mit SU ISBN 978-3-351-03830-4 € 22,70 Aufbau ET: 21. Juli 24 sortimenterbrief 7–8/20

17.04.2020 13:39:04 EMOTIONEN, ADRENALIN, RENNSPORT-FEELING 70 JAHRE FORMEL 1 Pflichtlektüre für alle Formel 1 Fans: Dieser wunderbare Jubiläumsband aus der Redaktion von auto motor und sport erzählt einzigartige Geschichten aus 70 Jahren Formel 1. Eine herausragende Hommage, illustriert mit Bildern der besten Fotografen aus sieben Jahrzehnten. 240 Seiten, 320 Abb., 21,5 x 28 cm c 30,80 | ISBN 978-3-613-04320-6 50 JAHRE DOPPELSIEG PORSCHE LE MANS Mit 19 Siegen hat Porsche weit mehr als andere Marken zum Mythos Le Mans beigetragen. In diesem Prachtband hat Starfotograf Rene Staud erstmalig alle Le Mans-Siegerwagen im Studio in Szene gesetzt. Und kaum weniger atemberaubend als die Fotokunst ist das, was Fahrer, Techniker und Ingenieure zu den einzelnen Typen zu erzählen wissen! 240 Seiten, 200 Abb., 30,5 x 24,5 cm c 81,- | ISBN 978-3-613-04344-2 240 Seiten, 250 Abb., 17 x 22,5 cm c 30,80 | ISBN 978-3-613-04163-9 Mit passenden Aktionen! 296 Seiten, 150 Abb., 17 x 24 cm c 41,10 | ISBN 978-3-613-04343-5 180 Seiten, 150 Abb., 30 x 24 cm c 81,- | ISBN 978-3-613-30961-6 352 Seiten, 319 Abb., 24,5 x 17,5cm c 25,60 | ISBN 978-3-613-30960-9 AKTIONSPAKETE Bereits ab einem Mindestbestellwert von c 120 erhalten Sie unsere hochwertigen Dekopakete zu den Aktionen »70 Jahre Formel 1« und »Porsche – Ohne Wenn und Aber« bestehend aus: - DIN A3 Wendeplakate - Figurenaufsteller für Ihren Aktionstisch Lieferbar ab 29.08.2020 bzw. 30.09.2020 Weitere Informationen erhalten Sie bei Mohr Morawa oder Ihrem Vertreter. Manfred Fischer, Tel: 0 664 811 97 94, manfred.fischer@mohrmorawa.at Thomas Lasnik, 0 664 221 72 92, thomas.lasnik@mohrmorawa.at Auf der Überholspur: 70 JAHRE FORMEL 1 Leseproben zu allen Titeln auf unserer Internetseite WWW.PAUL-PIETSCH-VERLAGE.DE c/o Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH Postfach 260, A-1101 Wien Telefon: +43 (1) 68 01 45 bestellung@mohrmorawa.at


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