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sortimenterbrief Juni 2021

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juni 2021.

© Hardt privat Wie

© Hardt privat Wie haben Sie bei dtv die letzten Monate gehandhabt? Hardt: Wir waren zu jeder Zeit arbeitsfähig und haben die Homeofficeregelung arbeitnehmerfreundlich gestaltet und dem jeweiligen Infektionsgeschehen angepasst. Natürlich macht einen die Situation auf die Dauer mürbe. Aber es zeichnet sich ja ein Ende ab. Wir brauchen das Miteinander – sehnen uns danach, sollten in absehbarer Zeit wieder auf ein früheres Niveau kommen. In der Zwischenzeit jubiliert dtv – und das gleich mehrfach. In 60 Jahren hat sich viel geändert. Wofür stand dtv einst und wo steht der Verlag heute? Hardt: Der Verlag wurde vor 60 Jahren mit dem Ansinnen gegründet, die Titel der Gesellschafter als Taschenbuch auf den Markt zu bringen. Dadurch ist dtv über die Jahrzehnte groß geworden, entwickelte sich dann über das Format der Klappenbroschur weiter zum hoch erfolgreichen Premium-Format, wodurch dtv seit 2012 auch zum Herausgeber von Erst- bzw. Originalausgaben wurde. Vor einigen Jahren ist dann auch das Hardcover als Publikationsformat für dtv freigegeben worden. Das alles macht natürlich viel mit einem Verlag. Wir sind ein Vollverlag geworden – von Hardcover bis Taschenbuch und Klappenbroschur –, und das in allen Bereichen: Literatur, Belletristik, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch. Wir wollen in Zukunft in dieser Vollanbieter- Rolle noch stärker wahrgenommen werden, als es jetzt bereits der Fall ist. Wie geht es mit dem bold-Programm weiter? Hardt: Wir haben uns dazu entschieden, die Einmarken-Strategie der letzten Jahre noch mehr zu straffen und das bold-Label in dtv aufgehen zu lassen. Ein eigenes Programm wird es nicht © dtv Ossi Hejlek im Gespräch mit Anke Hardt Geschäftsleitung Vertrieb dtv »dtv ist eine starke Marke, mit der auch in Zukunft zu rechnen ist« mehr geben. Wir haben auch ein neues Logo, das einheitlich auf allen Büchern erscheinen wird. Auch die Zusatzbezeichnung JUNIOR beim Kinderbuch entfällt künftig – im Jugendbuch haben wir es ja bereits vor einiger Zeit abgeschafft. Wir haben seit Jahrzehnten die starke Marke dtv, unter diesen drei Buchstaben versuchen wir, alles zu subsumieren. Am Cover der Herbstvorschau hat dtv den historischen Bücherautomaten abgebildet – optisch gefüllt mit den Herbstnovitäten ... Hardt: Diesen hatte dtv vor einigen Jahrzehnten in Betrieb. Wir haben noch ein Exemplar im Verlag stehen. Dieses war lange noch mit Motiven des großartigen Gestalters Celestino Piatti bestückt, der nicht nur das einstige dtv- Logo kreierte, sondern auch über viele Jahre das Erscheinungsbild der Bücher prägte. Er hätte 2022 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Interessant ist auch, dass einzelne Sortimenter wieder auf Buchautomaten als verlängertes Verkaufsinstrument setzen. Ich finde es großartig, was sich die Buchhändler alles während der Pandemie-Zeit einfallen ließen! Bis hin zu Kooperationen 26 sortimenterbrief 6/21

50 jahre dtv junior – 60 jahre dtv mit Läden, die während der Lockdownzeiten offen blieben. Verfügbarkeit und Sichtbarkeit war und ist wichtig – beschreibt auch sehr gut unsere Zeit, vom Konsumverhalten bis zum Arbeitsalltag. Sie erwähnten das Wachstum von dtv. Wie groß ist der Verlag im Moment? Hardt: Wir haben über 130 Mitarbeiter, machen einen Jahresumsatz von rund 64 Millionen Euro, bringen jährlich an die 400 Novitäten auf den Markt. Wir wollen in allen von dtv bespielten Buchgenres wachsen. Im Frühjahr gab es schöne Erfolge auf den Belletristik- Bestsellerlisten. Da wird mit dtv auch künftig zu rechnen sein! Apropos Sichtbarkeit – einst waren es wenige Spitzentitel, die das Programm mitzogen. Funktioniert das noch? Hardt: Jeder einzelne Titel verlangt nach Sichtbarkeit. Wir arbeiten zu diesem Zweck kontinuierlich an der Qualität der Metadaten, die letztendlich über die Auffindbarkeit mitentscheiden – sie verstehen sich als Urmutter der Sichtbarkeit. Darauf liegt ein großer Fokus. Wir haben das Onlinemarketing sehr stark ausgebaut, um die gesamte digitale Palette der Kommunikation zu bedienen. Früher machten wir mehr Plakate – heute unterstützen wir die Buchhändler auf diesem Weg. Marketing und Vertrieb arbeiten hier verzahnter denn je zusammen. Sie bieten den Buchhändlern auch regelmäßig eine Menge an digitalem Zusatzkontent an. Wie intensiv wird das genutzt? Hardt: Diesen wichtigen Part sprechen unsere Vertreter auf ihrer Reise an. Es sind wertvolle Inhalte, von Autorentrailern, Bannern bis zu kleinen Gewinnspielen. Das können alle Händler gerne nutzen. Viele von ihnen haben sich digital gut aufgestellt – von Onlineshop bis Newsletter. Das braucht auch relevanten Content – den bieten wir. Ja, es wird bereits genutzt, es ist aber noch Luft nach oben, es wächst. Ein Problem ist sicher, dass im Onlinebereich allerorts viel mehr Manpower nötig wäre, als verfügbar ist ... Hardt: Um Reichweite aufzubauen, braucht es Leute, die Lust darauf haben und etwas davon verstehen. Ich nehme diesbezüglich einen großen Wandel im Buchhandel wahr. Hier machen viele einen richtig guten Job, was uns im Verlag sehr beeindruckt. Mit welchen Jubiläums-Aktivitäten beeindrucken Sie den Handel? Hardt: Wir setzen dabei auf zwei Dinge. Zum einen präsentieren wir ein wirklich starkes Jubiläumsprogramm – mit Spitzentiteln aus allen Säulen unseres Hauses! Zum anderen haben wir uns ein Endkunden-Gewinnspiel überlegt, bei dem es ein BambuseBike zu gewinnen gibt. Ebenso werden den Büchern Karten mit buchspezifischen Sprüchen beigelegt. Diese Sujets gibt es auch auf Papiertragtaschen. Bei dtv JUNIOR ist es ein Gewinnspiel für Buchhändler mit einem elektrischen Lastenfahrrad als Hauptpreis. Ebenso haben wir diverse Give-aways für den POS zum Verteilen. Parallel werden wir das Einzeltitel-Marketing sehr stark in Richtung Endkunden begleiten, um so letztendlich die Leser in die Buchhandlungen zu bringen. Es gibt auch Online-Rubbellose. Eine witzige Idee. Wir hoffen, dass viele Buchhändler die Aktionen begleiten – auch mit Dekoartikeln wie den Jubiläumsgirlanden oder der Buchtorte. Im Kinderbuch erscheint auch das erste jemals bei dtv verlegte Kinderbuch, in neuer Form ... Hardt: Ja, Was denkt die Maus am Donnerstag? von Josef Guggenmos. Darauf freuen wir uns schon sehr. Ich finde auch, dass die Cover der Jugendbücher extrem geglückt sind ... Hardt: Um gerade die Jugendlichen beim Buchlesen zu halten, versuchen wir, den Look stets dem Zeitgeist anzupassen. Ebenso legen wir großen Wert auf die Illustratoren und die Buchausstattung. Heutzutage müssen alle Cover auch online funktionieren. Während der Pandemie ist der Kinderbuchbereich bei dtv sehr stark gewachsen – ich bin gespannt, wie es sich in der Zeit danach einpendelt. Was darf man neben den Stars im Jubiläums- Programm – Jussi Adler-Olsen, Dora Heldt, Rita Falk ... – nicht übersehen? Hardt: Definitiv gehört Ute Mank mit ihrem Erstlingswerk Wildtriebe dazu – ein Familienroman über das Leben dreier Frauen, die zwischen Pflichterfüllung und Selbstverwirklichung ihren Lebensweg finden. Im Sachbuch ist es der renommierte Forscher Dirk Brockmann mit Im Wald vor lauter Bäumen. Er zeigt in seinem Buch auf, wie alles mit allem zusammenhängt. Das Erkennen von Mustern hilft uns, Krisen besser zu bewältigen. Danke für das Gespräch! sortimenterbrief 6/21 27


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