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sortimenterbrief Juni 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juni 2022.

© Delius Klasing Verlag

© Delius Klasing Verlag Ossi Hejlek im Gespräch mit Kirsten Lenz Marketing- und Vertriebsleitung Buch Delius Klasing Verlag »Unser großes Plus ist, dass Delius Klasing so enorm breit aufgestellt ist« Das 1911 in Berlin gegründete Unternehmen zählt heute über 200 Mitarbeiter:innen an den drei Verlagsstandorten in Bielefeld, München und Hamburg. 1914 erschien mit Pannen und ihre Behebung auf der Tour das erste Buch – der Auftakt der Reihe Klasings-Auto-Bücher. Heute unterhält der Verlag ein lieferbares Programm von rund 1.300 Buchtiteln, 40 Kalendern sowie zahlreichen Software-Produkten. Des Weiteren zählen 17 Zeitschriftentitel zum Portfolio des Verlagshauses. 2018 stockte Delius Klasing seine Anteile am Verlag Die Werkstatt auf 100 % auf, wobei dieser sein eigenes Programm mit nahezu 500 lieferbaren Titeln als eigenständiger Verlag weiterführt. 2019 übernahm Delius Klasing das Buchprogramm des Hamburger Verlages spomedis, zu dem unter anderem der Bestseller von Matthias Marquardt zählt: Die Laufbibel. Zahlreiche digitale Angebote, Apps, Onlineportale etc. runden das Angebot ab. Der Eventbereich präsentiert sich als ein weiteres Standbein – mit rund 30 eigenen, speziell auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Verlagszielgruppen zugeschnittenen Veranstaltungen. Wie läuft es für Delius Klasing im Jubiläumsjahr? Lenz: Wir haben das große Plus, dass der Verlag so breit aufgestellt ist. Auto, Wassersport, Radsport, Laufen, die Edition Delius mit ihrem Musikprogramm ... das sind Programmbereiche, die sich in den vergangenen zwei Jahren behaupten konnten. Viele begannen während der Pandemie mit dem Laufen, intensivierten das Radfahren ... parallel boomte die Ausbildungsliteratur im Bereich Wassersport. Es gab noch nie so viele Segelschein-Absolvent:innen wie in 2021. Das alles war für uns ein echter Gewinn! Wir haben aber auch viel Literatur, die sich mit Urlaub in Deutschland beschäftigt – auch diese Regionalia liefen gut. Komplett pandemieresistent zeigten sich die Automobil-Titel. Egal ob es draußen regnet, schneit oder gerade mal eine Pandemie läuft – die Automobilfans sind treue Kund:innen, schlagen zu, sobald ein neuer Titel zu ihrem Lieblingsthema, ihrer Lieblings-Automarke erscheint. Stark gelitten haben wir bei unseren Events. Was nehmen Sie vertrieblich im Buchhandel wahr? Lenz: Stationär stimmt die Frequenz einfach noch nicht. Man merkt, dass die Konsument:innen ihre Geldbörse fester in der Hand halten – sei es durch die noch nicht wiedergekehrte Shoppinglaune, sei es durch den Krieg und dessen Auswirkungen in Form von Steigerungen der Allgemeinkosten. Erst gestern war ich mit meiner Tochter einkaufen. Das Stück Butter, das vergangene Woche noch 2,29 € kostete, kostet jetzt 3,59 €. Was gut funktioniert, ist Click & Collect. Die Menschen bestellen und kommen zielgerichtet in die Buchhandlungen, um die bestellten Bücher abzuholen. Ich befürchte, dass uns die allgemeine Unsicherheit, wie alles weitergeht, dieses Jahr noch sehr beschäftigen wird. Das bekommen wir auch aus dem Handel widergespiegelt. Außerdem denke ich, dass die Menschen 2022 viel Geld für Urlaube ausgeben werden – darauf haben sie lange gewartet. Das zeigt sich auch darin, dass unsere Reisetitel stark angezogen haben. 34 sortimenterbrief 6/22

111 jahre delius klasing verlag Was mir in Ihrer Herbstvorschau besonders gut gefiel, ist die Aufstellung der Zielgruppengrößen einiger Ihrer Programmbereiche. Können Sie uns ein paar Beispiele geben? Lenz: Die Zahlen beziehen sich auf Deutschland (von Statista 2022 und AWA 21), lassen sich aber leicht auf Österreich herunterbrechen. Beispielsweise gibt es in Deutschland rund 20 Millionen Radsportler:innen, 9 Millionen besitzen ein E-Bike, 5 Millionen wollen sich eines kaufen, aktive Mountainbiker:innen gibt es fast 4 Millionen. 10 Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caravaning – über 2 Millionen sind sogar häufig unterwegs. Oft hat man diese immensen Zielgruppengrößen gar nicht vor Augen. Da steckt ein Riesenpotenzial dahinter. Man kann aufgrund dieser Zahlen gar nicht verstehen, dass da und dort schon mal die Sportregalmeter kleiner werden. Wer hier geschickt agiert, könnte sich durch entsprechende Sortimentstiefen in diesen Bereichen sogar neues Klientel erschließen. Was gibt es vertrieblich an Besonderheiten anlässlich des Jubiläums? Lenz: Wir haben drei feine und schlanke Pakete: ein Fußballbuch-Paket – natürlich auch anlässlich der WM im Spätherbst, ein Paket mit Laufbüchern und das 11+1-Paket, das man sich individuell mit den Vertreter:innen zusammenstellen kann, auch gerne mit dazugemischten Backlisttiteln. Apropos Backlist und Novitäten – wie sieht es mit dem jährlichen Output aus, ist der stabil? Lenz: Tatsächlich machen wir rund 15 % weniger Novitäten – natürlich auch aufgrund der Papierpreis- und Papierbeschaffungs-Problematik. Wir sind spitzer geworden im Programm. Parallel zu der Straffung im Novitätenoutput haben wir auch die Preisschraube nach oben gedreht. Das machen wir eigentlich schon seit Jahren – haben in den letzten vier Jahren die Preise sukzessive um über 10 % erhöht. Da tun wir uns bei unseren Titeln auch nicht so schwer damit. Sie setzen aber auch in puncto Ausstattung auf Besonderheiten ... Lenz: Ja, wir bringen immer wieder ganz besondere Editionen. Beispielsweise im letzten Jahr das Ferrari-Buch im genieteten Ferrari-gelben Metallschuber oder beigepackte Teile von Segeltüchern ... Diese Titel machten uns besonders zu Weihnachten große Freude. Apropos Besonderheiten – wie gut laufen die Musik-Titel? Lenz: Auch bei dem im Herbst kommenden ABBA-Titel machen wir eine Special-Edition mit einem beigepackten Poster, das es noch nie gab. Es wird den Bildband alleine geben, um 41 €, oder im Geschenkschuber mit Plakat in einer limitierten und nummerierten Auflage von 1.000 Stück um 131,60 €. Die Musikbücher laufen grundsätzlich echt gut. Natürlich kommt es auch auf die Band an – Spitzentitel, wie die über die Beatles oder Pink Floyd, gehen dann richtig durch die Decke. Ich denke, dass das bei ABBA ähnlich wird. Im Herbst kommt auch ein großes Werk zu Elton John, der 75 wird und auch wieder auf Tour geht. Unser Plan ist es, im Herbst zwei dicke Musikbücher herauszubringen und im Frühjahr zwei schlankere – wie beispielsweise das zu Bob Dylan. Natürlich leben alle Bücher auch davon, dass sie im Buchhandel gezeigt werden. Wir stellen dem Handel dazu gerne besonderes Dekomaterial zur Verfügung. Sie haben die Fußball-WM schon erwähnt. Wie stark schätzen Sie das Echo auf den Buchhandel ein? Lenz: Etwas spannend ist die Tatsache, dass das Endspiel am 19. Dezember sein wird. Wir bringen ja das Buch zur Fußball-WM 2022 mit Sport Bild heraus. Wir werden alles daransetzen, dass über Nacht gedruckt wird und die Titel am 22. Dezember im Handel sein werden. Das wird eine große Herausforderung. Sind Fußballfans auch Buchfans? Lenz: Vielleicht nicht unmittelbar im klassischen Sinn. Jedoch sind Fußballfans sehr treu und wollen alles über ihre Mannschaft haben – das ist bei Großereignissen besonders stark feststellbar. Das Buch zur WM wird auch ein tolles Geschenk für alle Fans. Für die Verkäufe in Deutschland ist es natürlich wichtig, dass Deutschland gut spielt und weit kommt. Übrigens wird es auch im Verlag Die Werkstatt ein WM-Buch geben – in Kooperation mit dem Kicker. In Deutschland wechseln Sie zum 1. Juni zur VVA. Wird es in Österreich auch Veränderungen geben? Lenz: Nein, gar nicht. Wir sind mit MELO sehr zufrieden. Daran wollen wir nicht rütteln! Herzlichen Dank für das Gespräch! sortimenterbrief 6/22 35


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