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sortimenterbrief Juni 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Juni 2022.

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sonderthema belletristik Neuer Brüssel-Roman von Robert Menasse Robert Menasse Die Erweiterung ca. 450 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-518-43080-4 ca. € 26,80 | Suhrkamp ET: 10. Oktober Zwei Brüder, nicht leibliche Brüder, sondern „Blutsbrüder“, verbunden durch einen Schwur, den sie im polnischen Untergrundkampf gegen das kommunistische Regime geleistet haben, gehen nach dessen Zusammenbruch getrennte Wege. Mateusz steigt in höchste Ämter auf und wird schließlich polnischer Ministerpräsident. Adam macht nach dem EU-Beitritt Polens in der Europäischen Kommission Karriere, in Brüssel ist er zuständig für die Erweiterungs-Politik. Während die Vorbereitungen für die Westbalkankonferenz auf Hochtouren laufen, bittet Adam Mateusz um Unterstützung, doch der beginnt, das Beitrittsgesuch Albaniens zu unterminieren. Aus der einstmals tiefen Verbundenheit wird eine unversöhnliche Feindschaft von europäischer Dimension. Auf einer vom albanischen Ministerpräsidenten organisierten Kreuzschifffahrt auf der SS Skanderbeg, zu der er alle Regierungschefs der Balkanstaaten, die EU-Außenminister:innen und sämtliche Vertreter:innen der Europäischen Union eingeladen hat, treffen die beiden wieder aufeinander. Was dann passiert, steht längst nicht mehr in ihrer Macht. Romanbiografie über die große Künstlerin Maria Lassnig Niemand ahnt, was in der schweigsamen, störrischen Maria schlummert, der die Mutter, um sie zu beschäftigen, Papier und Bleistift gibt. Als Erwachsene studiert sie an der Wiener Akademie, wird nach ihrer Rückkehr nach Kärnten zum Provinzstar und geht eine Liebesbeziehung mit einem um zehn Jahre jüngeren Schüler ein, Arnulf Rainer. Die beiden inspirieren sich in der fruchtbaren Nachkriegszeit gegenseitig, werden aber auch zu Konkurrenten. Klagenfurt wird rasch zu klein, sie gehen nach Wien. Arnulf spielt besser auf der Klaviatur des Kunstmarkts, Künstlerinnen bringt die Männergesellschaft wenig Wertschätzung entgegen. Aber Maria malt. Maria kämpft. Sie geht nach Paris, nach New York. Mit beinahe achtzig zieht sie in ihrem Atelier, hinter dem Zoo Schönbrunn, Bilanz. Was sie nicht weiß: Ihre eigentliche Karriere als Künstlerin liegt noch vor ihr. Kirstin Breitenfellner Maria malt ca. 464 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-7117-2130-3 € 26,– | Picus ET: 24. August 50 literarische Kurzporträts von Menschen unserer Zeit Eine melancholische Flucht in die Welt der Kräuter Hanns-Josef Ortheil Charaktere in meiner Nähe 144 Seiten, Hardcover, mit Schutzumschlag und Lesebändchen ISBN 978-3-15-011421-6 ca. € 18,50 | Reclam ET: 11. Oktober Mit 50 literarischen Miniaturen und kurzen Erzählungen unternimmt Hanns- Josef Ortheil eine Reise an die Quelle seiner literarischen Arbeit: die Kunst der genauen Beobachtung und Wahrnehmung. Als Pate dient ihm der Aristoteles-Schüler Theophrast. Der wurde mit seinem kleinen Büchlein Charaktere, 319 v. Chr. entstanden, zu einem bis heute gelesenen Meister der Porträtkunst. Wie Theophrast registriert Ortheil in seinem Umfeld typisch menschliche Eigenwilligkeiten. Mit feinem Humor und Lust an der Präzision formt er daraus Figuren, die den Leser:innen verblüffend vertraut scheinen: Kennt nicht jeder einen Enthusiasten, der sich in einen Rausch schwärmt – oder eine notorische Aber- Sagerin, mit der eine Diskussion kein Ende findet? Den Sport-Fetischisten, der notfalls gegen sich selbst antritt – oder die Promovendin, die jede Kleinigkeit in alle denkbaren Teile zerlegen muss? Es ist Sommer, warm und alles wächst und gedeiht: Linden, Ringelblumen, Königskerzen. Inmitten der Natur und Pflanzen ist Anna zu Hause und in ihrem Element. Denn ihre große Passion gilt den Heilkräutern, deren Sammeln, Trocknen und Verarbeiten fast schon ihr Leben bestimmt. Dies verbindet die Frauen der Familie bereits über Generationen hinweg und hat Annas Leben von Kindheit an geprägt. Doch hinter dem scheinbar idyllischen Leben im Haus der verstorbenen Großmutter verbergen sich die Schatten der Vergangenheit. Schnell entfaltet der Roman einen ungewöhnlichen Sog, dem sich die Leser:innen nicht mehr entziehen können. Und es entwickelt sich mitten im südböhmischen Sommer eine verhängnisvolle Geschichte von Rache, Verrat und einer rätselhaften Krankheit, aus der es wohl kein Entrinnen gibt. Anna Bolavá In die Dunkelheit 296 Seiten, Softcover ISBN 978-3-96311-651-3 € 24,70 Mitteldeutscher Verlag ET: Juli 50 sortimenterbrief 6/22

Mit Sex-Appeal, Dreistigkeit und Entschlossenheit kam Virginia Hill an die Spitze der Cosa Nostra Inhalt Virginia Hill reißt mit siebzehn Jahren von zu Hause aus, geht nach Chicago und arbeitet sich mit Sex-Appeal, Dreistigkeit und Entschlossenheit hinauf in die höchsten Kreise der Cosa Nostra, der amerikanischen Mafia. Sie bedient sich der Männer gnadenlos und erfolgreich, um ihre Ziele zu erreichen, wird die Geliebte und Vertraute von Gangsterbossen wie Joe Adonis, Frank Costello und Bugsy Siegel, dem Gründer von Las Vegas. Das erste Hotel in Las Vegas ist nach ihrem Spitznamen „Flamingo“ benannt. Virginia ist begabt darin, Schwarzgeld reinzuwaschen. Beim Drogenhandel zwischen Mexiko und den USA instrumentalisiert sie skrupellos so manchen Ehrenmann als Schutz und Tarnung. Ihre Dienste für die Mafiabosse ermöglichen ihr ein Leben in großem Luxus, ein Leben, von dem sie immer geträumt hat. Als sie nach der Ermordung Bugsy Siegels zur Erholung in den mondänen Wintersportort Sun Valley geschickt wird, verliebt sie sich dort in ihren österreichischen Skilehrer Hans Hauser. Für ihn bricht sie mit der Mafia und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich. Doch ihre Vergangenheit ist noch sehr lebendig ... © Wolfgang Tanner Peter Blaikner Virginia Hill 284 Seiten, Paperback 978-3-8392-0311-8, € 16,– Gmeiner, ET: 14. September Leseprobe außergewöhnliche biografie Der Zug hatte Verspätung, als er im Bahnhof von Cheyenne, der Hauptstadt von Wyoming, ankam. Sie richtete sich im Bett ihres komfortablen Schlafwagenabteils auf, zog die Vorhänge zurück und sah gelangweilt hinaus. Gebäude mit großen Fenstern, grau in grau. Gestern Nachmittag war sie in Chicago in den Zug gestiegen, ihr alter Freund Nat Coiner hatte ihr zu dieser Reise geraten: »Nach dem ganzen Trubel solltest du dich richtig erholen. Wie wär’s mit Sun Valley, Virginia? Eine herrliche Gegend in den Rocky Mountains! Ich war geschäftlich mal dort. Da kannst du im Schnee herumwandern, Schneemänner bauen und, wenn du willst, sogar Skifahren.« Nun hatte sie etwas mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich und wartete darauf, dass es weiterging. Sie hatte nicht gut geschlafen, was nicht nur am Rütteln des Schlafwagens auf den Gleisen lag, sondern auch daran, dass sie die Folgen der vergangenen Silvesterparty immer noch spürte. Die Party dauerte drei Nächte lang, bis gestern Morgen. Immerhin feierte man mit dem Wechsel in das Jahr 1950 auch den Eintritt in ein neues Jahrzehnt. Sie erwartete sich viel von diesem neuen Jahr, von diesem neuen Jahrzehnt, ein sorgenloses, freies und unabhängiges Leben. »Die 50er-Jahre gehören mir!«, sagte sie sich, so als könnten die vergangenen Jahre von ihr abfallen wie das Laub von den Bäumen im Herbst. Und wie könnte man besser in so einen neuen Lebensabschnitt starten als mit einer Erholung in den Bergen. Peter Blaikner wurde 1954 in Zell am See geboren. Er studierte Germanistik sowie Romanistik und war Lehrer an einem Gymnasium. Heute lebt er als Musiker, Kabarettist und Autor von Geschichten, Romanen, Musicals und Theaterstücken in Salzburg. Seine Kindermusicals wie „Ritter Kamenbert“ oder „Das Hausgeisterhaus“ erreichten bisher über eine Million Besucher:innen im deutschsprachigen Raum. Erfolgreich sind auch seine Komödien, zuletzt „Mitterbachkirchen“ am Kleinen Theater in Salzburg. Für einen Roman über den ersten Bauernaufstand im Land Salzburg wurde er mit dem Rauriser Förderungspreis ausgezeichnet. Nähere Informationen zum Autor unter www.blaikner.at. sortimenterbrief 6/22 »Peter Blaiker ist es gelungen, die wahre Geschichte einer außergewöhnlichen Frau zu erzählen […], vom Glanz Hollywoods bis hin zur Nachkriegszeit in der österreichischen Provinz.« Konstantin Wecker 51


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