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sortimenterbrief Mai 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Mai 2022.

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© shutterstock Druckwerke – besser als ihr Ruf Ob Buch oder E-Book – die Öko-Bilanz hängt sehr stark von der Dauer und Häufigkeit der Nutzung von Print- und elektronischen Medien ab Text: Mag. Christiane Reitshammer bezahlte Einschaltung Um Bücher oder Zeitungen zu drucken, benötigt man Papier, für das Bäume ge fällt und zu Faserstoffen verarbeitet werden, für das Altpapier recycelt wird und Energie, Wasser und Chemikalien verbraucht werden. Auch der Druck und letztendlich der Vertrieb verbrauchen Ressourcen. Da erscheint es fast logisch, dass die digitale Lektüre von Büchern, Magazinen und Tageszeitungen als umweltfreundlichere Weise, Medien zu konsumieren, angesehen wird. Was viele Menschen dabei aber nicht bedenken: Auch die Nutzung von Internet, von Computern, Laptops, Smartphones und E-Readern und nicht zuletzt auch deren Produktion verbrauchen viel Strom, erzeugen CO2-Emissionen und belasten das Klima. Internationalen Forschungen zufolge haben Internet und Computer einen ähnlichen oder sogar größeren CO2-Fußabdruck als der gesamte Flugverkehr weltweit. Guido Rochus Schmidt, Umweltexperte in Sachen nachhaltige Medienproduktion, meint dazu in dem Artikel „Ist das Internet umweltfreundlicher als gedruckte Medien?“ im MedienManager: „Nicht nur die Großrechner von Unternehmen wie Google, Facebook, eBay, Amazon, Microsoft oder Apple benötigen Unmengen an Strom, sondern auch jeder einzelne Klick, jede Suchanfrage, jeder Download, jede Minute, die ein PC arbeitet, summiert sich zu einem gewaltigen Stromverbrauch.“ Zwei Studien Der deutsche Fachverband Druck- und Papiertechnik hat sowohl das Fraunhofer- Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT als auch das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung mit Studien beauftragt, Druckmedien und elektronische Medien unter ökologischen Aspekten zu vergleichen. Ein glasklarer Sieger geht dabei nicht hervor. Denn bei beiden Studien hängt vieles von den einzelnen Nutzer:innen bzw. Leser:innen ab, z. B. wie häufig und wie lange Medien genutzt werden. Auch welches Gerät, dessen jeweiliger Zustand und die Qualität des Papiers sind entscheidend. Die Studienergebnisse unterstreichen aber auch, dass Printmedien im Verhältnis zur jeweiligen elektronischen Entsprechung keine schlechtere Umweltbilanz haben – und damit besser als ihr Ruf sind. Taschenbuch oder E-Book Den Studien zufolge schneidet das Taschenbuch beim Gesamtenergieverbrauch und der Gesamtumweltbelastung besser als das E-Book ab, beim Primärenergieverbrauch jedoch schlechter. Um den CO2-Fußabdruck eines gedruckten Ta- 16 sortimenterbrief 5/22

schenbuches zu erreichen, müssten mit dem E-Book-Reader demnach 59 Bücher gelesen werden. Bei zwölf Büchern im Jahr, die Österreicher:innen und Deutsche durchschnittlich lesen, punkten E-Book- Lesegeräte aber nur bei Vielleser:innen. Schulbuch oder elektronisches Lehrmittel Laut IZT-Studie verursacht das Herunterladen der digitalen Variante eines gedruckten Lehrbuchs einen geringeren CO2-Footprint und eine geringere Gesamtumweltbelastung. Anders beim Primärenergiebedarf: Die Herstellung eines iPads verursacht genauso viele Treibhausgasse wie die Herstellung von 63 Lehrbüchern (Voraussetzung dabei ist jedoch, dass das iPad ausschließlich für die Nutzung digitaler Lehrbücher genutzt wird und nicht zum Surfen im Internet). Laut UMSICHT-Studie entfällt beim Schulbuch der größte Anteil an CO2-Emissionen auf die Herstellung von Zellstoff (ca. 8,5 kg pro Buch). Beim elektronischen Lehrmittel auf einem Notebook beträgt die CO2-Emission für Herstellung und Nutzung des Notebooks insgesamt 12 kg. Fazit: Die Nutzung von gedruckten Schulbüchern schneidet, wenn man alle Faktoren berücksichtigt, hinsichtlich des ökologischen Fußabdruckes somit besser ab. Die Öko-Bilanz hängt also von der individuellen Nutzung ab. Für das gedruckte Werk spricht aber viel: „Das Internet wird so gut wie immer singulär und individuell genutzt“, sagt Schmidt. „Es entbehrt auch jeglicher Haptik im Vergleich zu einem gedruckten Buch, das man anfühlen, aufheben und archivieren kann und das sozial von mehreren Leser:innen genutzt werden kann.“ Nicht zuletzt können auch Verlage und Druckereien im Rahmen ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards in ihren Unternehmen Einfluss nehmen und die CO2-Bilanz positiv beeinflussen. „Ein gedrucktes Buch ist immer noch besser als ein Online-Buch, insbesondere unter Berücksichtigung, dass eine Druckerei nachhaltig zertifiziert ist und CO2-neutral produziert“, so Schmidt. • © privat „Ein gedrucktes Buch ist immer noch besser als ein Online-Buch.“ Guido Rochus Schmidt, Umweltexperte und Autor, UmDEX Süd www.umdex.de Lieblingsschulbuch der Volksschüler:innen Text: Mag. Karl Herzberger Im Zuge der Aktivitäten zu 50 Jahre Österreichische Schulbuchaktion ruft der Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft mit dem Verein Schulbuch an den österreichischen Volksschulen zur Wahl des Lieblingsschulbuchs 2022 auf. Die Abwicklung der Aktion findet in Zusammenarbeit mit der Redaktion des sortimenterbriefs statt. Es braucht Ihre Mithilfe Die Schulbuchhändler:innen erhielten Ende April die Informationen und Teilnahmebedingungen zur Aktion vom Fachverband via Mail zugesandt, mit der Bitte, die Ausschreibung gemeinsam mit dem Stimmzettel (Kopiervorlage in zwei Größen) an ihre Schulen weiterzutransportieren bzw. die Schulen zur Teilnahme zu motivieren, denn es gibt für die Schulen auch interessante Preise zu gewinnen. 100 Schullesungen zu gewinnen Aus allen eingesandten Stimmzetteln werden 100 Schullesungen gezogen. Dies findet in Zusammenarbeit mit dem Servicecenter Leseföderung und dessen Autor:innen-Pool statt. Daher gilt: Je mehr Schüler:innen an der Wahl teilnehmen, umso höher die Chance, dass die jeweiligen Schulen auch eine oder mehrere Lesungen gewinnen. Die Abwicklung der gewonnenen Schullesungen findet über die jeweilige Schulbuchhandlung statt. Natürlich entstehen für die Gewinnerschulen keinerlei Kosten. Einfache Abwicklung Die Schulen brauchen die Stimmzettelvorlage nur abzustempeln und zu kopieren. Die jeweiligen Lehrer:innen tragen auf den Stimmzetteln die Klasse ein. Und schon können die Kinder ihr Lieblingsschulbuch wählen. Einzusenden sind die Stimmzettel an die Redaktion sortimenterbrief, Postfach 81, 1190 Wien. Einsendeschluss ist der 12. Juli 2022. Danke für Ihre Mithilfe. • sortimenterbrief 5/22 17


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