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sortimenterbrief Mai 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Mai 2022.

sonderthema sachbuch

sonderthema sachbuch Neue Kolumnen von Frank Berzbach Frank Berzbach Die Ästhetik des Alltags Betrachtungen zur Lebenskunst ca. 192 Seiten, Softcover, mit Lesebändchen ISBN 978-3-03876-128-0 € 20,70 | Midas ET: 25. August Leicht verständliche, unterhaltsame Einführung in die Finanzmärkte Georg von Wallwitz Odysseus und die Wiesel Eine fröhliche Einführung in die Finanzmärkte 200 Seiten, Paperback, mit Klappen ISBN 978-3-949203-28-2 € 16,50 | Berenberg Dieses Buch verrät, wie man mit Nervensägen umgeht, dem Blick von Schildkröten begegnet und sich Buddha mit dem Smartphone vorstellt. Frank Berzbach begleitet die Leser offen, witzig, stilsicher und wohlwollend durch den Alltag und zeigt, wie man nicht den Kopf verliert, sondern seine Mitte behält. In seinen Kolumnen nimmt sich Frank Berzbach alle Themen wie Zutaten eines bunten großen Büffets und legt sie gleichberechtigt auf den Teller. Auf Augenhöhe und, wenn man so will, auch auf Herzhöhe zeigt er uns, wie man nicht den Kopf verliert, sondern seine Mitte behält. Inmitten von Neonationalismus, Intoleranz und Polarisierung beileibe keine leichte Aufgabe. Als Fondsmanager ist Georg von Wallwitz Insider. Als Mathematiker und Philosoph gönnt er sich einen gelassenen Blick auf seine Welt und erklärt, warum die Finanzmärkte wurden, was sie sind – gefährlich, doch von hohem Unterhaltungswert. Er beschreibt auf einfache Art komplizierte Dinge. Er zeichnet Charakterbilder der Finanzakteur:innen, in denen man nicht nur die Leute mit den riesigen Bonuszahlungen erkennt, sondern am Ende, hoffentlich, auch – sich selbst. Nichts fehlt: Keynes und die Klassische Theorie, Glanz und Elend des Finanzparketts, langweilige Aktien, spannende Anleihen, schurkische Hedgefonds und vieles mehr, was das Herz erfreut, und auch den Geist. Wut und Mut in der Öffentlichkeit zeigen – Schluss mit Übergriffen und Diskriminierung Der Investigativ-Kabarettist über das System Kurz Stefanie Reinsperger Ganz schön wütend 176 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-222-15076-0 € 25,– | Molden Florian Scheuba Wenn das in die Hose geht, sind wir hin Chats, Macht und Korruption. Eine Spurensuche ca. 160 Seiten, Softcover ISBN 978-3-552-07316-6 € 18,50 | Zsolnay Die Ausnahmeschauspielerin Stefanie Reinsperger mag schwierige Themen und forscht in ihren eigenen Abgründen nach Gefühlen – ihr Lieblingsgefühl ist die Wut. Die Wut gehört endlich rehabilitiert und an die Öffentlichkeit. „Es reicht mit Diskriminierung und Übergriffen auf mich und meinen Körper, der angeblich nicht schön genug ist!“ Das Buch ist wie die Reinsperger: körperlich kraftvoll, mutig und kompromisslos, es ist ein turbulentes Spiel aus Szenen, kurzen persönlichen Texten, ein Spiel von Tempo und Rhythmus. Und am Ende haben wir uns nicht nur mit der Wut versöhnt, sondern haben auch Stefanie Reinsperger, ihre Haltung und ihre Arbeit gesehen, wie wir sie vorher ganz sicher noch nicht gekannt haben. Hunderttausende Chat-Nachrichten auf einem Mobiltelefon aus dem nächsten Umfeld des mittlerweile zurückgetretenen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz erschütterten im Herbst 2021 die Republik. Sie lösten ein politisches Erdbeben aus, das noch stärker nachwirkt als das berüchtigte „Ibiza“-Video. Gekaufte Medien, perfide Intrigen, schamloser Postenschacher und Korruption verschiedener Ausprägung treten darin zutage. Es ist ein Lügengebäude, das seinen zuvor stets auf Message Control bedachten Erbauern nun um die Ohren fliegt. Der investigative Kabarettist Florian Scheuba hat sich auf eine so spannende wie satirische Spurensuche begeben. Was er dabei fand, ist ein von Nebelgranaten verdunkeltes Trümmerfeld, das so manche Überraschung aus dem Innenleben der türkisen Parteifamilie bereithält. 18 sortimenterbrief 5/22

eiseliteratur »Seit über dreißig Jahren lebe ich im Westen Japans, und zu meinem großen Entzücken weiß ich heute deutlich weniger als bei meiner Ankunft« Pico Iyer Japan für Anfänger ca. 264 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-949203-22-0, € 24,70 Berenberg, ET: 10. Mai Folgerichtig zählt sich auch Pico Iyer, einer der großen Reiseschriftsteller unserer Zeit, vergnügt zu den Japan-Anfängern. Denn das Land warte tagtäglich mit zu vielen Rätseln auf, als dass selbst langjährige Bewohner echte Kennerschaft für sich in Anspruch nehmen könnten. Hier nun schöpft Iyer aus seinen vielen Erfahrungen, aus Reisen, Gedanken, Lektüren, Gesprächen mit japanischen Freund:innen, und er öffnet uns überraschende, pointierte Einblicke in die japanische Kultur: von Gärten und Tempeln über Liebeshotels und Kinobesuche bis zu Make-up und Zen. Mit Liebe für Details und Freude an Widersprüchen erhellt Iyer Japan-Neulingen ein faszinierendes Land, erfahrene Reisende werden es noch einmal mit anderen Augen sehen. Kästchen und Links auf, die zu einer Kunstgalerie und zur »Happy Terrace« führen, zum sechsstöckigen Postamt und dreizehnstöckigen Kaufhaus –, aber niemand hat einem das Passwort gegeben. * Ständig tauchen Fetzen von Englisch, Französisch, Deutsch auf, allerdings mehr oder weniger als Dekoration – wie Farben oder Klänge – und umgeben von Buchstaben in drei sich nicht überschneidenden Alphabeten. Am Ende kommen dabei hundertein Leute heraus, die tausendundzwei Sprachen sprechen, von denen sie keine einzige verstehen. * In Japan, heißt es, gibt es keine Adressen – oder, schlimmer noch, es gibt Nummernsammlungen, doch manchmal beziehen sie sich auf die Chronologie der Bebauung, manchmal auf etwas anderes. Wenn meine Tochter, meine Frau und ich die Adresse unserer alten gemeinsamen Wohnung aufschreiben, notieren wir jeweils völlig unterschiedliche Straßennamen. * Vor Ankunft des Westens gab es in Tokio doppelt so viele Einmündungen und Sackgassen wie Durchgangsstraßen. Eine Burgenstadt muss Angreifer verwirren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt entlang der Pfade wieder aufgebaut, die um die Trümmer von zerbombten Gebäuden herum entstanden waren, was das Terrain noch undurchdringlicher gemacht hat. Rätsel der Ankunft (Leseprobe) Advertorial Beim Aussteigen am Bahnhof von Kyoto sieht man auf dem Schild über sich elf Pfeile. Sie zeigen nach links, rechts, geradeaus und nach hinten. In der Mitte prangt ein Fragezeichen. * Bahnsteig 0 befindet sich in der Nähe der Bahnsteige 31 und 32, und auf einer Tafel informiert ein großer »Restaurantführer«, dass es schon im Bahnhof hundertsieben Einkehrmöglichkeiten gibt. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen zudem zweiundzwanzig Hotels, von denen eines allein fünfzehn Bankettsäle, fünfhundertsechzehn Zimmer, ein Halal-Menü, eine Klinik, ein Fotostudio und eine Kirche zu bieten hat. * So vieles ist verfügbar, kaum etwas ist zu finden. Man steckt in einer Art lebendig gewordener Webseite – überall ploppen © Ali Ghandtsch Pico Iyer, geboren 1957 als Sohn indischer Eltern in Oxford, aufgewachsen in England und Kalifornien. Er studierte Englische Literatur in Oxford und Harvard und lebt seit vielen Jahren in Japan. Seine Essays, Reportagen und Kritiken erscheinen u. a. in The New York Review of Books, The Times Literary Supplement und Lettre International. Auf Deutsch erschien zuletzt Die Kunst des Innehaltens. Ein Plädoyer für Entschleunigung (2016). sortimenterbrief 5/22 19


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