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sortimenterbrief Mai 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe Mai 2022.

sonderthema sachbuch Wie

sonderthema sachbuch Wie Frauen sich heute erfolgreich selbstverwirklichen Österreich nach Türkis Nicole Brandes Weiblich, wild und weise Selbstbewusst. Selbstbestimmt. Selbsterfüllt ca. 220 Seiten, Softcover ISBN 978-3-99060-307-9 € 12,95 | Goldegg ET: 21. August Helmut Brandstätter Heilung für eine verstörte Republik 176 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-218-01363-5 € 22,– Kremayr & Scheriau ET: 1. August Was zeichnet eine starke Frau heute aus? Was gibt ihr Selbstbewusstsein und erhöht ihr Selbstwertgefühl? Und wie erreicht sie ihre Ziele und verwirklicht ihre Träume? Die toughe Unternehmerin Nicole Brandes erzählt ihre eigene, inspirierende Lebensgeschichte und teilt mit ihren Leserinnen, was sie in über zwanzig Jahren Coaching-Erfahrung im Spitzen-Business über die Rolle der Frau gelernt hat. Dabei vertraut die Autorin auf die weibliche Energie und die Macht der Gedanken als Coaching-Methoden, um Frauen von ihren Ängsten zu befreien und sie ihren Träumen Schritt für Schritt näherzubringen. Die Jahre, in denen die Gruppe um Sebastian Kurz Österreich dominierte, haben das Land und Institutionen wie Justiz, Verwaltung, Parlament und Medien nachhaltig verletzt und die Bürger:innen ausgerechnet in Krisenzeiten gespalten. Österreich, das – nicht zum ersten Mal – auf einen großen Blender hereingefallen ist, braucht Orientierung, gerade jetzt, wo ein Krieg ganz Europa bedroht. Die türkise Regierungszeit kann im Idealfall eine Zäsur darstellen: Schluss mit persönlichen Abhängigkeiten, mit der Korruption, mit der Zerstörung von Institutionen. Helmut Brandstätter wagt einen Blick zurück in die politische Geschichte Österreichs und reflektiert persönliche Erlebnisse, um zu zeigen, was in Zukunft geboten ist, um verlorenes Vertrauen in Politiker:innen wiederherzustellen. Die Geschichte des transatlantischen Sklavenhandels Autos, Motorräder und Flugzeuge des „King of Rock’n’Roll“ Matthias Stelte Gorée Europa und der transatlantische Sklavenhandel. Geschichte eines Erinnerungsortes ca. 256 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-365-00031-1 € 24,70 | HarperCollins ET: 27. September Siegfried Tesche Motorlegenden Elvis Presley ca. 240 Seiten, Hardcover ISBN 978-3-613-04437-1 € 30,80 Motorbuch Verlag ET: 25. Mai Gorée, eine kleine Insel im Atlantik vor der Küste Dakars, wird allen faktischen Gegebenheiten zum Trotz Erinnerungsort für den Sklavenhandel in Afrika schlechthin. Popstars, Politik und Päpste machten die Insel zu einem Pilgerort des Black Atlantic. Matthias Stelte, der in Dakar gelebt hat und viel Zeit auf der Insel verbracht hat, erzählt die Geschichte Gorées von der Kolonialisierung durch die Portugiesen im 15. Jahrhundert bis zur Befreiung durch die Négritude-Bewegung im 20. Jahrhundert und dem Entstehen eines ikonischen Gedenkorts. Er zeigt in seinem Buch auf, wie ganz Europa, und damit auch Städte wie Flensburg und Hamburg, vom transatlantischen Sklavenhandel profitiert haben und so mit der Geschichte Gorées verbunden sind. Zu Autos pflegte Elvis Presley ein besonderes Verhältnis: Mal kaufte der „King“ gleich mehrere Dutzend Cadillacs auf einmal, mal verschenkte er einen Cadillac an eine ahnungslose Passantin. Im Laufe der Jahre besaß Elvis zwischen 100 und 400 Fahrzeuge, die mit teils opulenten Sonderausstattungen einen Wert von mehreren Millionen Dollar hatten. Aber auch Motorräder fanden sich im Fuhrpark des Musikers. Filmjournalist Siegfried Tesche widmet sich dem Phänomen Elvis Presley und seiner Leidenschaft für Fahrzeuge. Neben der Musikkarriere und dem Privatleben des Stars stehen auch die wichtigsten seiner insgesamt 31 Filme im Mittelpunkt des Buches. 30 sortimenterbrief 5/22

www.barbara-brunner.at buchrezensionen Der aktuelle Lesetipp von Dr. Barbara Brunner Liebe Leute, es ist schon ein Treppenwitz: Das hässlichste Tier der Welt, der Nacktmull, wird zwar ziemlich alt, aber er altert nicht – allerdings wird er auch nicht ganz so alt wie der Eishai, der erst im zarten Alter von 150 Jahren die Geschlechtsreife erlangt. Der Veterinär Josef Schöchl hat in seinem neuen Buch Der Rabe und der schlechte Leumund (Verlag Anton Pustet) Erstaunliches aus der Tierwelt versammelt: Die Leser:innen erfahren darin, warum der Basilisk über das Wasser gehen kann und daher auch „Jesus-Christus-Echse“ genannt wird, dass der Fangfaden der Bolaspinne vergleichsweise stärker als Stahl ist, wie die Schulbildung der Erdmännchen vonstatten geht, warum Faultiere faul sein müssen, dass Fregattenvögel sogar im Schlaf fliegen können, warum Flamingos auf einem Bein stehend schlafen, warum Giraffen nicht ohnmächtig werden, wenn sie ihren Kopf rasch vom Boden in die Höhe schnellen, oder in welche Tiere sich der Karnevalstintenfisch in Blitzesschnelle „verwandeln“ kann. Es sind tolle Geschichten von Käfern, deren Panzer nicht einmal von einem Autoreifen zerquetscht werden können, von Honigdachsen, die zwar klein, aber so aggressiv und scheinbar unverwundbar sind, dass sie es sogar mit großen Tieren aufnehmen können, vom kleinsten Vogel, dem Kolibri, der als einziger seiner Spezies rückwärts fliegen kann, von den genialen Stimmenimitatoren, den Leierschwänzen, die sogar Baulärm nachmachen können, von Pinguinen und ihren kalten Füßen, von den kleinsten Säugetieren, den Etruskerspitzmäusen mit nur zwei Gramm Körpergewicht, bis zu den 200 Tonnen schweren Blauwalen. Es ist ein Buch, das uns die Wunder der Natur plastisch vor Augen führt, das uns erstaunt und erheitert. Und das eine Vielzahl von Tieren mit ihren unglaublichsten Fähigkeiten vor den Vorhang holt. Vorhang als Stichwort für ein völlig anderes Thema: Vor einiger Zeit habe ich über das beeindruckende Buch von Christine de Grancy berichtet, in dem sie die Götterstatuen auf den Dächern Wiens ins Bild gesetzt hat. Nun ist ebenfalls im Verlag Die2 ein Band mit ihrer Theaterfotografie in Vorbereitung, und auch dieses Buch ist ein Kunstwerk für sich. Von den Anfängen erzählt Achim Benning: „Ich lernte Christine de Grancy im Jahr 1979 kennen. Erika Pluhar brachte sie ins Theater. Wir probierten damals im Kasino am Schwarzenbergplatz die Sommergäste von Maxim Gorkij. Christine de Grancy kam fast täglich auf die Proben und begann eines Tages zu photographieren, nicht verschämt von irgendeiner unauffälligen festen Position aus, sondern sich frei bewegend, auch in der Szene, und keine intime Nähe scheuend; also in einer Weise, die eigentlich hochgradig arbeitsstörend und aufdringlich zu nennen wäre und die jeden Regisseur und jeden ernsthaft suchenden Schauspieler normalerweise zur Weißglut und zu feindseligen Ausbrüchen reizen und die solchermaßen arbeitende Photographin geradezu in physische Gefahr bringen müsste. Das Erwartete aber geschah nicht, sondern das Gegenteil ereignete sich: ein Wunder. Die fremde Beobachterin wurde eine willkommene und vertraute Teilnehmerin unserer Expedition in die Welt Maxim Gorkijs. Mit sicherem Bühneninstinkt, mit dramaturgischem Verständnis, mit respektvoller und behutsamer Annäherung an die Schauspieler und Schauspielerinnen in der Szene nahm Christine phantasievoll miterlebend und ohne voyeuristische Aufdringlichkeit teil an der Schaffung einer neuen Welt, die sich aus alten Zeiten nährte. Sie wurde Mitglied des Sommergäste-Ensembles.“ © Christine de Grancy Elisabeth Orth und Rudolf Buczolich in Hotel Ultimo Es ist die Genauigkeit, mit der Christine de Grancy „das Menschsein beobachtete“, die die Bilder so einprägsam, berührend und unvergesslich macht – womit sie legendäre Aufführungen in Burg- und Akademietheater zu einem Stück Theatergeschichte vom Schönsten macht. Neben Besetzungslisten und Inhaltsangaben werden die einzelnen Inszenierungen auch von klugen und einfühlsamen Essays begleitet. Eine Bühne etwas anderer Art spielt im Leben von Milan Turkovic ´ eine Rolle. Der ehemalige Solo- Fagottist der Wiener Symphoniker und spätere Dirigent führt seit Jahrzehnten das Leben eines viel beschäftigten und viel reisenden Musikers. Und dann kam 2020 für ihn – wie für fast alle Kunstschaffenden – die Vollbremsung in die erzwungene applauslose Zeit, die er dazu nützte, um seine Gedanken zu Papier zu bringen: So erinnert er sich an seine ersten Reisen als junger Musiker mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus, seine Studien- und Lehrjahre, er erzählt von Künstlergarderoben, Hotels und unverhofften Begegnungen, um diese Erlebnisse aus heutiger Sicht zu reflektieren. Und überhaupt, das Heutige: Mit epikureischer Gelassenheit macht er sich Gedanken über die Segnungen von Internet und Zoom-Konferenzen, über das um sich greifende „Du“ in der Werbung und in der Gesellschaft, aber auch über die Zukunft der klassischen Musik und den Zugang zum Faszinosum Oper. Pausentöne (Verlag Der Apfel) ist ein heiter nachdenkliches Lesebuch, ein wenig nostalgisch, sehr persönlich und vor allem überaus erfrischend. Drei Ausflüge in die Tier-, in die Theaterund in die Musikwelt, die bilden, erheitern und die Herz und Sinne berühren. Was will man mehr. Herzlich Barbara Brunner sortimenterbrief 5/22 31


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