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sortimenterbrief März 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe März 2020.

Buchhändler zeigen sich

Buchhändler zeigen sich zufrieden: Buchpreisbindung sichert Standorte Wo Buchhandlungen vor Ort sind, werden mehr Bücher gekauft, und es wird auch mehr gelesen. Eine Studie belegt dies und bringt es in Zusammenhang mit der Buchpreisbindung. Text: Ernst Wachernig Eine empirische Studie der Universität Innsbruck befasst sich mit der Buchpreisbindung und deren Auswirkungen auf den stationären Buchhandel. Das Ergebnis: Die Buchpreisbindung sichert Standorte, macht die Vielfalt der Verlage und Buchproduktionen möglich und hält die Nachfrage nach Büchern auf einem hohen Niveau. Hier Bad Schallerbach, da Eferding – beide in Oberösterreich. Diese beiden Städte trennt eines – die stationäre Buchhandlung. Bad Schallerbach hat eine solche nicht, Eferding schon. An Vergleichen wie diesem hat die Innsbrucker Studie das Kauf- und Leseverhalten von Bürgern untersucht und festgemacht. Mehr Buchverkäufe dank stationärem Buchhandel Das Fazit: In jenen Orten, die den Konsumenten stationären Buchhandel bieten, werden von den Bürgern mehr Bücher gekauft, nämlich um 2,84 Expl. pro Person und Jahr. Bücher, die zumeist selbst gelesen werden. Kommunen mit stationärem Buchhandel ziehen, folgt man der Studie, grundsätzlich höhere Nachfrageeffekte nach sich. In der Folge werden in diesen Kommunen um 1,51 Bücher pro Jahr mehr gekauft als von Bürgern aus Gemeinden ohne fixe Buchhandlung. Zu diesen positiven Effekten kommt ein dritter: Die Bücher werden überwiegend vor Ort gekauft. Die Buchpreisbindung ist ein bewährtes Instrument und verhindert das „Blockbuster-Prinzip“ – nämlich den reinen Verkauf von Bestsellern zu Dumpingpreisen. © kk Die Buchpreisbindung sichert die Vielfalt des Kulturguts Buch. Mit der Buchpreisbindung bleibt die Diversifikation der Literatur – Prosa wie Lyrik – erhalten. Auch die Produktion wesentlicher Regionalia in kleinen Verlagen wird bewahrt. Die Buchpreisbindung ist für die Erhaltung des Kulturguts Buch relevant und sichert jungen Autoren den Zugang zu Verlagen. Zudem ist die Buchpreisbindung ein Garant für den Erhalt stationärer Buchhandlungen – in den dünner besiedelten Regionen Österreichs, aber auch im städtischen Umfeld. Die Buchpreisbindung: Gesetz seit dem Jahr 2000 Die Buchpreisbindung ist seit dem Jahr 2000 durch ein Bundesgesetz geregelt. Dieses legt fest, dass Verlage und Importeure von (deutschsprachigen) Büchern einen Mindestpreis festzusetzen haben, der bei Verkäufen an die Endverbraucher einzuhalten ist. Diese Buchpreisbindung wurde im Jahr 2014 novelliert, seither fallen auch der grenzüberschreitende elektronische Handel und der Handel mit E- Books in die Buchpreisbindung. • © Thomas Schauer © Foto Mitteregger „Mit der Innsbrucker Studie wird nachgewiesen, dass Konsumenten dort mehr Bücher kaufen und lesen, wo es stationäre Buchhandlungen gibt.“ Dr. Bernhard Tonninger, Rechtsanwalt „Die Buchpreisbindung ist eine kluge Maßnahme zur Förderung des Kulturgutes Buch und zur Erhaltung der Vielfalt von Buchtiteln.“ Komm.-Rat Friedrich Hinterschweiger, Obmann des Fachverbandes 26 sortimenterbrief 3/20

News aus dem Fachverband Kampagne im Hörfunk festigt „Bilder im Kopf“ Steiermark. Auch 2020 geht der steirische Buchhandel via Antenne Steiermark on air. Rund um den Andersentag und am Welttag des Buches wird das Genre Kinderbuch beworben, im Sommer stellt man den Leserinnen und Lesern die ideale Literatur für die Urlaubstage vor, ehe im November und Dezember das Buch als Weihnachtsgeschenk thematisiert wird. Außerdem werden monatliche Antenne-Buchrezensionen an der „Hörbar“ des Senders kredenzt, dies verbunden mit zahlreichen redaktionellen Beiträgen zum Buch. Die von der Fachgruppe gestützte Aktion wird seit Jahren erfolgreich durchgeführt, und die steirischen Buchhändler sehen diese PR-Aktivität als sinnvolle Investition zur Ankurbelung der Nachfrage. • © Mathias Kniepeiss Beatrice Erker unterstützt die Mitglieder der B+M aktiv durch gezielte Workshops. Social-Media-Marketing für den Buchhandel Steiermark. Instagram, Youtube und Facebook sind mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Um den Einsatz von Social Media zu professionalisieren, fördert die Fachgruppe im Zuge von Workshops „Kundenbindung 2.0“. Die Kernfrage dabei: Wie kann ein Unternehmen durch Social- Media-Marketing profitieren? Tipps und Best-Practice-Beispiele sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. • www.antiumverlag.ch Diesen Monat neu: Ein kraftvoller Roman über das Leben am Berg, urwüchsig und mystisch. Jetzt bestellen! Regula Caviezel: Die Silberne 128 S., € 17.50 ISBN 978-3-907132-09-8 Digital an Schulen ist zu hinterfragen Oberösterreich. Mit einem Leserbrief in der Wiener Zeitung hat Walter Koren, Diplom-Pädagoge aus Kirchdorf an der Krems, die Diskussion um die Digitalisierung in Schulen um einen „konservativen Aspekt“ bereichert. Koren warnt vor zu viel und vor zu früher Digitalisierung, dies vor dem Hintergrund, dass in Oberösterreich 53 „digi-TNMS“ ausgestattet worden sind. Dem Pädagogen geht es dabei nicht um „Null-Digital“, jedoch verweist er darauf, dass renommierte Hirnforscher vor zu viel digital warnen, vor allem aber auf die (bisweilen fehlende und essenzielle) Ausbildung analoger Grundfertigkeiten hinweisen. Auch stellt er fest, dass Hightech- Pioniere wie Bill Gates sich als Lowtech-Eltern outen. • „Artenschutz“ für das Kulturgut Buch Südtirol. Die Buchhändler im Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol (hds) fordern ein geändertes Regelwerk: So soll die öffentliche Auftragsvergabe beim Kauf von Büchern nicht länger ausschließlich nach dem Niedrigstpreis-Prinzip erfolgen. Susanna Valtiner, Präsidentin der Buchhändler im hds, kämpft zudem um eine Ausweitung der Buchpreisbindung, die in Italien bislang nur für das italienische Verlagswesen gilt, nicht jedoch z. B. für Bücher aus Deutschland. Diese gelten als Importware und können beliebig rabattiert werden. „Die Buchpreisbindung ist ein Artenschutz für das Kulturgut Buch und sichert die große Zahl der Verkaufsstellen“, untermauert Susanna Valtiner die Forderungen. • Weitere Titel im Frühjahr: Gerne werden hier auch aktuelle Meldungen anderer Fachgruppen publiziert. Infos an post@wachernig.at sortimenterbrief 3/20 27 Der Bücherspagat zwischen Nord und Süd.

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