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sortimenterbrief März 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe März 2020.

schwerpunkt reise

schwerpunkt reise interview 2 Unternehmen – 2 Interviews – 2 Jubiläen Das Wiener Traditionsunternehmen freytag & berndt begeht im heurigen Jahr sein 250-Jahre-Jubiläum – das Münchner Tochterunternehmen, der Rother Bergverlag, feiert 100-jähriges Bestehen. Ossi Hejlek im Gespräch mit Dr. Carl Rauch Geschäftsführer, freytag & berndt © Stephan Doleschal Fit für die Zukunft mit Verlag, Buchhandlungen, Auslieferung und starker Digitalschiene Sie haben im Oktober die Geschäftsführung bei freytag & berndt und dessen Tochterunternehmen übernommen – wo waren Sie davor tätig? Rauch: Ich war sechs Jahre Geschäftsführer im Medienhaus der Erzdiözese Wien, zu dem der Wiener Domverlag gehört, die Wiener Kirchenzeitung Der Sonntag – auch Teile von radio klassik Stephansdom und ebenso Internetplattformen wie meinefamilie.at und meinplan.at. Davor war ich Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG, arbeitete für die Styria Mediengroup AG, war für Internet Startups zuständig – autohaus24.de und auch mydriver.de. Im Herbst letzten Jahres habe ich dann Mag. Katharina Oppitz bei freytag & berndt abgelöst. Werden Ihre Online-Erfahrungen auch bei freytag & berndt verstärkt zum Einsatz kommen? Rauch: Ich habe Informatik und Wirtschaftsinformatik studiert – bringe in puncto Digitalisierung einiges an Knowhow mit. Das hat sicher bei der Berufung zum Geschäftsführer eine Rolle gespielt. Das Kerngeschäft sind bei uns Straßenund Wanderkarten und Stadtpläne sowie Wanderführer im Rother Bergverlag. Gleichzeitig steigt bei unseren Kunden der Bedarf, auf unsere Inhalte auch digital zugreifen zu können. Meine Vorgängerin hat eine Reihe von Initiativen gestartet: Es gibt die Rother-Touren-App, die freytag & berndt-Wander-App oder die PhoneMaps-App mit vielen hunderttausend Downloads. Eine App hat sogar über eine Million Downloads. Mein Ziel ist es, diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Könnten Sie kurz ein wenig über die Tochterunternehmen erzählen? Rauch: Neben Wien haben wir auch Buchhandels-Standorte in Regensburg und Nürnberg. In Prag besitzen wir eine eigenständige Tochter, die sehr viel im Digitalbereich herausbringt – Tourenportale und Wander-Apps –, aber auch Kartographie für Tschechien. Ebenso haben wir in Tschechien die Firma SHOCart gekauft, die Kartographie für Tschechien und die Slowakei veröffentlicht, aber auch für Atlanten. In Bratislava arbeiten vor allem Kartographen. In Budapest unterhalten wir primär einen lokalen Vertriebsstandort – mit einem kleinen Geschäft, in dem wir Karten auf den © freytag & berndt 42 sortimenterbrief 3/20

schwerpunkt reise interview Markt bringen. In Spanien – Madrid – ist es ähnlich, eine Auslieferung, die Kartographie und Reiseführer verkauft – auch buchhandlungstaugliche Nonbooks. Und natürlich den Rother Bergverlag. Heute kam gerade die Pressemeldung, dass Sie auch die Warenbestände von Publicpress übernommen haben ...? Rauch: Wir haben das Warenlager gekauft und – so weit verfügbar – auch Urheberrechte. Zusätzlich arbeiten seit Februar fünf ehemalige Publicpress- Außendienstmitarbeiter bei uns. Wir können daher ab sofort nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland Freizeit-Karten anbieten und mit eigenem Außendienst verkaufen. freytag & berndt liefert ja auch über 30 Verlage aus ... Rauch: Wir haben in Österreich eine gut positionierte Auslieferung. In unserer Buchhandlung in Regensburg führen wir auch ein kleines Lager, das es uns ermöglicht, den deutschen Markt sehr schnell mit Kleinmengen bedienen zu können. Großmengen werden aus Österreich geliefert. Wie werden sich die beiden Jubiläen niederschlagen? Rauch: Wir haben sowohl bei freytag & berndt wie auch bei Rother einige Produkte und Aktivitäten für den Handel vorbereitet, die sehr schön werden. Die Jubiläums-Wanderführer bringen wir anlässlich der Jubiläen in Österreich gemeinsam auf den Markt – in Deutschland macht das Rother alleine. Ebenso werden wir österreichische Wanderkarten in einer Jubiläumsbox anbieten. Wir setzen im Jubiläumsjahr auf Produkte und Vertrieb – weniger aufs Feiern (lacht). Der erste Wien-Plan erschien 1889. Den gibt es heute noch ...? Rauch: Ja, den gibt es bis heute. Diese Beständigkeit ist auch stellvertretend für die Verwendung der physischen Karten. Die Menschen wollen einfach physische Karten haben, wenn sie Reisen unternehmen oder auf den Berg gehen. Welche Projekte warten in Richtung Zukunft auf Ihre Unternehmen? Rauch: Zum einen, die Kartographie in ihrer hohen Qualität immer stärker zu digitalisieren – in den Abläufen, aber auch in den Anwendungsfeldern. Zum zweiten, die Internationalität weiter zu stärken und weltweit überall dort verfügbar zu sein, wo gute Karten benötigt werden. Danke für das Gespräch! Ossi Hejlek im Gespräch mit Klaus Wolfsperger Verlagsleiter, Rother Bergverlag »Die Rother Wanderführer umfassen bereits über 370 Ziele.« © Rother Bergverlag Könnten Sie die ersten 100 Jahre kurz zusammenfassen? Wolfsperger: Der Verlag war über viele Jahrzehnte fast ausschließlich alpinistisch geprägt. In den Anfangsjahren war er dabei nicht nur auf Bücher fokussiert – es gab diverse Zeitschriften, eine Film-Abteilung und sogar die „Bergverlags-Schikurse“. Bahnbrechend war die Entwicklung der Alpenvereinsführer in den 1950er Jahren, eine Reihe, die über viele Jahrzehnte eine wichtige Informationsquelle für Bergsteiger wurde und lange Zeit das Aushängeschild des Verlags war. 1990 übergab Rudolf Rother jun., der den Verlag 1964 von seinem Vater übernommen hatte, das Unternehmen an freytag & berndt. Rother versteht sich bis heute als der Verlag für Wander- und Bergführer. Das Gründermotto war, „den Menschen im Tiefland Wege zu weisen – zu den Höhen der sommerlichen und winterlichen Berge“. Ist das heute noch die Maxime des Verlages? Wolfsperger: Wandern ist ein so breites Segment geworden. Da geht es nicht mehr nur um die Berge. Von Wandern vor der Haustüre bis auf sortimenterbrief 3/20 43

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