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sortimenterbrief März 2020

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe März 2020.

schwerpunktinterview

schwerpunktinterview sprachen & reisen Langenscheidt ist seit Mai 2019 Teil der PONS GmbH. Wie sehr konkurrenzieren sich die beiden starken Marken unter einem Dach? Lasar: Wir kommen aus einem intensiven Wettbewerb – nicht zu 100 %, da jeder auch seine eigenen Bereiche im Programm hatte, die vom anderen nicht bespielt wurden. Seit Mai letzten Jahres arbeiten wir an einer Markenschärfung, mit dem Ziel, dass sich die Programme künftig komplementärer entwickeln und einander dadurch ergänzen. Das passiert insofern, als wir die Programme noch stärker an Lerntypen ausrichten werden. Von welchen Typen sprechen Sie da? Lasar: Das sind audio-orientierte Lerner, visuelle Typen oder Menschen, die haptische Präferenzen haben und strukturiert-sachlich mit klassischen Methoden Sprachen lernen möchten, Ossi Hejlek im Gespräch mit Jörg Lasar Leitung Geschäftsbereich Vertrieb, PONS GmbH »Langenscheidt lebt!« Der Prozess der Markenpositionierung für PONS und Langenscheidt ist weitgehend abgeschlossen. Die unterschiedlichen Lerntypen weisen dafür den Weg. genauso wie die digital orientierten Lerner oder beispielsweise Reisende mit kurzfristigen und punktuellen Lernzielen. Während Langenscheidt mit den stark strukturierten Materialien punktet, hat PONS in den letzten Jahren auch ein unterhaltsames und unkonventionelles Programm aufgebaut – mit hohem Bildanteil und vielen Illustrationen –, eingehend auf Menschen mit anderen Lesegewohnheiten, die Informationen gerne häppchenweise oder visuell aufnehmen. Das ergänzt sich sehr gut. Hat PONS das modernere Programm? © PONS Lasar: Das kann man so nicht sagen, weil der Umkehrschluss nicht stimmt, da Langenscheidt in den letzten Jahren Produkte entwickelt hat, die State of the Art sind. Ebenso beinhalten auch beide Marken Produkte mit digitalen Komponenten. Langenscheidt hat seine Stärke in vertrauten Methoden, PONS in unkonventionelleren. Die Käuferzielgruppen bzw. die Lerntypen machen die Unterschiede, und die sind für beide Herangehensweisen enorm groß. PONS hat also seine Stärke im visuellen Lernen? Lasar: Das stimmt beispielsweise mit den Bildwörterbüchern, die in 31 Sprachen erhältlich sind, oder mit unseren Sprachkursen mit Comics und auch unseren Vokabelkärtchen mit Bild. Ebenso punktet PONS bei Impulskäufen oder bei den autorengetriebenen Büchern. Menschen mit langfristigeren, konkreten Lernzielen sind bei Langenscheidt gut aufgehoben. Da findet man sehr verlässliche Kurse, in denen sich die Lernenden mit einer sauberen Progression durcharbeiten können. Langenscheidt hat auch ein starkes Sprachkalender-Programm? Lasar: Ja, die Langenscheidt Tageskalender sind aus dem Kalendergeschäft gar nicht wegzudenken. Deshalb ist PONS auf Wochenkalender ausgewichen. Was passiert im Programm dort, wo es klare Überschneidungen gab ...? Lasar: Hier nehmen wir partiell Einschränkungen vor, nehmen auch Reihen „aus dem Rennen“ und forcieren die Reihe bzw. die Marke, die vom Markt besser angenommen wurde. Gute Beispiele dafür sind die Vokabelboxen, die es bei beiden Marken gibt, mit denen aber PONS deutlich bessere Verkaufszahlen erzielt. Umgekehrt sind es im Bereich der Reisesprachführer die Langenscheidt-Produkte, die viel stärker am Markt verankert sind. Wie sieht es bei den Wörterbüchern aus? 52 Lasar: Hier werden Produkte beider Marken parallel weitergeführt – wenn sie eine deutliche Unterscheidbarkeit aufweisen und somit auch die erwähnsortimenterbrief 3/20

schwerpunktinterview sprachen & reisen ten Lerntypen unterschiedlich ansprechen und individuell bedienen. Langenscheidt punktet beispielsweise sehr stark mit der unschlagbaren Haptik des Umschlags. Das sind Ikonen des Wörterbuch-Regals. Das Ziel hier und generell ist der optimale Sortimentsmix im Buchhandelsregal. Das hilft den Lernenden einerseits, die richtigen Produkte für sich zu finden, und andererseits ist für den Buchhändler im Zuge der Beratung dadurch eindeutig klar, welches Produkt er individuell empfehlen kann. Impulstitel ergänzen das Sortiment. Gibt es auch eine Unterscheidbarkeit in puncto herstellerischer Faktoren? Lasar: Die Wörterbuch-Umschläge von Langenscheidt habe ich bereits erwähnt. PONS hat hingegen eine bildlastige, lockere und auch freche, unkonventionelle Gestaltung – teilweise auch was die Titel selbst betrifft – und setzt bei vielen Produkten auf Paperback. Vieles wird sich aber in diesem Bereich erst ergeben, da wir in den ersten neun Monaten noch gar nicht stark in die Produktionen eingreifen konnten. Wir werden sukzessive auch bei Langenscheidt sachte Änderungen vornehmen. Versteht sich PONS für die Jüngeren und Langenscheidt für ein gehobeneres Lernalter? Lasar: Das dachten wir am Anfang auch. Tatsächlich gibt es Fans bzw. Markenpräferenzen für Grün oder Gelb sowohl bei den jüngeren als auch älteren Kundengruppen. Entscheidend © PONS sind vielmehr der Lerntyp und die Lernmotivation. Welche Relevanz spielt die digitale Komponente? Lasar: Für uns ist das Digitale kein Selbstzweck. Das Printprodukt muss durch digitale Materialien eine Ergänzung oder Unterstützung erfahren. Also: digital ja, aber nur dort, wo es Sinn hat. Was passiert jetzt im Buchhandel? Lasar: Ziel ist ein effektiver grün-gelber Produktmix – mit einer höheren Flächenproduktivität: weniger Dubletten im Regal, stärkere Ansprache für alle Lerntypen und mehr Umsatz! Unsere Kollegen im Außendienst werden bei der neuen Sortimentszusammenstellung hilfreich sein, um einen Kompetenzmix aus Brottiteln und sinnvollen Alternativen zu finden. Danke für das Gespräch! Ab sofort liefert der Frechverlag seine Titel in Österreich bei Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH Sulzengasse 2, 1230 Wien aus. Auslieferungswechsel ab 01. 03.2020 Ihre Ansprechpartner im Außendienst bleiben wie gewohnt im Buchhandel: Michael Höller und Mario Seiler Fachhandel: Handelsagentur Spindler Frechverlag GmbH, Turbinenstraße 7, 70499 Stuttgart sortimenterbrief 3/20 xx


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