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sortimenterbrief November 2021

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe November 2021.

melo 2022 die weichen

melo 2022 die weichen sind gestellt © Medienlogistik Ossi Hejlek im Gespräch mit Franz Lintner Geschäftsführer medienlogistik »Melo 2022: Die Weichen sind gestellt. Jetzt gilt es, die Vorhaben zu realisieren« Wie läuft es im Moment bei der medienlogistik? Lintner: Alles läuft zufriedenstellend. Die Pandemiezeit hat alle Prozesse noch einmal mehr gefordert als unter Normalbetrieb. Das zeigte uns einerseits, wo es in unserem Haus Engpässe gibt, andererseits sahen wir deutlich, wie sehr die Bandbreite der Dienstleistungen in Richtung Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Daher werden wir auch unser Angebot für Buchhandel und Verlage deutlich erweitern. Wir können uns nicht auf alten Meriten ausruhen. An welchen Rädern wird in naher Zukunft gedreht werden? Lintner: Wir vollziehen bereits jetzt schon einen personellen Umbau – eine Verjüngung –, auch ruhestandbedingt. Andererseits arbeiten wir an einer Adaptierung des Workflows. Zu allem braucht es natürlich auch eine entsprechende IT-Landschaft. Manches wurde schon vor der Pandemiezeit deutlich bzw. dessen Umsetzung geplant. Dieser Prozess wurde nun beschleunigt. Melo 2022 startet darauf los, diese Dinge zu realisieren. Wie blicken Sie auf das heurige Schulbuchgeschäft zurück? Lintner: Das lief sehr gut, war heuer sehr umsatzstark. Das Schulbuch ist jedes Jahr eine Herausforderung – in immer kürzerer Zeit mehr Tonnen und mehr Stück zu bewegen, bringt laufend ein Mehr an Anforderungen, die in puncto Abwicklung Luft nach oben lassen. Früher lief die Schulbuchabwicklung von Anfang Juli bis Ende September. Jetzt ist der Zeitraum auf die letzte Juliund die ersten beiden Augustwochen zusammengeschrumpft. In Zahlen ausgedrückt: Wir haben in dieser Zeit rund 4 Millionen Exemplare zu handeln, was 1.600 Tonnen an Büchern entspricht! Von den rund 4.500 auszuliefernden Schulbuchtiteln waren zur Hauptauslieferung 4.200 lieferbar. Die restlichen 300 erhöhten den Manipulationsaufwand, da diese stückweise 124 sortimenterbrief 11/21

melo 2022 die weichen sind gestellt nachkamen bzw. erst Ende der Ferien erschienen. Für den heurigen Sommer hatten wir für uns zehn zu erfüllende Qualitätspunkte definiert. Acht davon konnten wir erfüllen. In zwei Positionen waren wir mit uns nicht 100 % zufrieden und für nächstes Jahr haben wir bereits zehn neue Anregungen aus dem Buchhandel erhalten. Wir bleiben also immer in Bewegung und das ist gut so. Jetzt haben wir schon 20 neue Punkte für das Jahr 2022 definiert ... Spannend wird es, wenn parallel zum Schulbuchgeschäft Bestseller aufstehen – wie heuer der von uns ausgelieferte Titel von Kremayr & Scheriau: Kurz. Ein Regime von Peter Pilz. Abgesehen vom Schulbuch – wie performte die Sortiments-Belieferung? Lintner: Wir sind grundsätzlich mit 2021 sehr zufrieden, hatten in der Auslieferung so einige Bestseller. In den Monaten Mai und Juni begann das Fachbuch durch die Öffnung der Schulen wieder stark anzuziehen. Natürlich war auch der Nachmittagsmarkt nicht zu verachten. Wir liefern sehr gut performende Sachbuchverlage aus. Das fordert, macht aber auch große Freude. Die Herbstprogramme unserer Verlage sind sehr gut gestartet. Der Wettbewerb um die Papierressourcen wird bis Weihnachten spannend bleiben – das betrifft nicht nur das Papier für die Buchproduktionen, sondern auch die Kartonagen und das Verpackungsmaterial. Bei den Kartonagen haben wir Lieferverzögerungen bis zu zwei Wochen und Preiserhöhungen bis zu 30 %. Wie das alles im kommenden Jahr weitergeht, ist nicht abzusehen. Wie ist das Verhältnis von Schulbuchanteil und Regulärprogramm? Lintner: Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben, den Umsatzanteil der Publikumsverlage am MELO- Gesamtumsatz von knapp 10 % auf über 30 % zu steigern. Da gleichzeitig auch der Fachbuchumsatz außerhalb der Schulbuchaktion stetig steigt, wird die MELO für das Tagesgeschäft des Buchhändlers somit immer interessanter. Zudem bin ich sehr glücklich über meine Sachbuchverlage, die am Markt sehr laut geworden sind – richtig gut performen. Schulbuch- und Publikumsverlage profitieren auch gegenseitig voneinander: Für die einen notwendige Logistik- Optimierungen kommen auch gleichzeitig der anderen Seite zugute. © VB Schwarzer Sie erwähnten, dass Sie das Dienstleistungsangebot vergrößern werden. Was ist damit gemeint? Lintner: Wir analysieren unsere ITsowie die Logistikprozesse. Vor drei Jahren stellten wir unser Warenwirtschaftssystem um. Jetzt geht es darum, die daraus resultierenden Vorteile in allen Abteilungen auch merkbar auszurollen, die Anbindungen an alle Bereiche unseres Workflows zu realisieren – auch in Richtung Vorteile für den Buchhandel. Dazu haben wir ein eigenes IT- und Logistik-Projektteam installiert. Christian Langer ist als eine dieser Erneuerungen bzw. Verstärkungen zu sehen? Lintner: Er wird sein Know-how in erster Linie im Bereich der IT einfließen lassen. Aber natürlich ist er auch in Logistikfragen einer der Top-Experten in Österreich – wie alle wissen (lacht). Etwas Besseres hätte uns nicht passieren können, als dass er zu uns kommt. Vor allem auch für die praxisbezogenen Änderungen und Entwicklungen. Ich genieße es auch, in Christian Langer einen profunden Sparringpartner an Bord »Ich finde es perfekt, dass Franz Lintner und ich die gleiche Sprache sprechen. Meine Aufgabenschwerpunkte sind derzeit die IT und die interne Logistik.« Christian Langer zu haben, mit dem ich mich bei vielen strategischen Weichenstellungen austauschen kann. Hier bestätigt es sich, dass manchmal 1+1 auch 3 sein kann. Sind Erweiterungen im Bereich der von MELO ausgelieferten Verlage gewünscht? Lintner: Natürlich sind wir permanent am Evaluieren, welche Verlage gut zu uns passen könnten. Wir sind gut ausgelastet, haben aber noch Platz. Moderates Wachsen ist denkbar. Im Moment liefern wir rund 150 Verlage aus, haben ca. 50.000 lieferbare Artikel auf Lager, distribuieren im Jahr an die neun Millionen Bücher. Das passiert alles mit einem Team von 50 Mitarbeitern – im Sommer kommen immer temporär Aushilfen hinzu. Was steht sonst am Plan? Lintner: Ich möchte die MELO auch in Sachen Nachhaltigkeit fit machen. Die EU hat ja beschlossen, dass jede Firma ab 2025 ein Nachhaltigkeitskonzept haben sollte. Wir beginnen bereits jetzt damit. Die Buchbranche kann Vorreiter sein, denn wir sind eine ökologisch denkende und agierende Branche! Mein Ziel ist, dass die MELO noch stärker als Nahversorger fungiert und genutzt wird. Die CO2-Belastung eines Buchtransports, der 1.500 Kilometer zurücklegt, ist eine andere, als wenn dieses Buch nur 50 oder 100 Kilometer zurücklegt. Hier kann jeder, der ökologisch denkt, seine eigenen Schlüsse daraus ziehen. Es liegt somit auch an uns, alle wirtschaftlichen Parameter so nachhaltig zu erfüllen, damit wir auch die ökologische Komponente optimieren können – gemeinsam! Danke für das Gespräch! sortimenterbrief 11/21 125


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