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sortimenterbrief November 2021

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe November 2021.

Dr. Patricia Sonja

Dr. Patricia Sonja Purker Diplomstudium Wirkstoffchemie, Doktorat medizinische Wissenschaft. Leiterin der Heilpflanzen- & Naturakademie Villa Natura, Naturmentorin und Autorin seit 2014. Sie ist in der Aus- und Fortbildung tätig, hält Vorträge und Seminare. In ihrer Arbeit verbindet sie moderne medizinische Wissenschaft mit traditioneller Naturkunde zu einfachen, ganzheitlichen Naturmedizinalien für die ganze Familie. Ossi Hejlek im Gespräch mit Dr. Patricia Sonja Purker Wie Hanf und CBD für Gesundheit und Wohlbefinden genutzt werden können Wo liegen die inhaltlichen Schwerpunkte Ihres Arbeitsspektrums? Purker: Ich beschäftige mich mit regionalen, wild wachsenden Heilpflanzen und Kräutern. Dazu zählt auch der Hanf, dessen Wirkungen in den letzten Jahren intensiver erforscht werden. Ich unterhalte ebenso die Heilpflanzen- & Naturakademie, bei der es mir vor allem darum geht, den Menschen wieder Lust auf Natur und Naturwissen zu machen. Ich merke sehr stark, dass in der jüngsten Zeit – sicher auch durch die Pandemie – das Interesse an diesen Themen stark gewachsen ist. In der Heilpflanzen- & Naturakademie bilde ich die Interessierten im versierten Umgang mit Heilpflanzen aus – in deren Erkennung, Wirkung und Verwendung. Ich vermittle dabei in Seminaren alte Rezepturen, die aber auch mittlerweile © Patrick Prucha, save-the-moment.com photography wissenschaftlich bestätigt sind. Man lernt, Tinkturen, Teemischungen und Salben fachgerecht herzustellen. Parallel halte ich übers ganze Jahr Vorträge. Die Naturakademie gibt es seit 2013. Die Seminare fanden bis vor der Pandemie ausschließlich in Präsenzveranstaltungen statt – in Wien und in Klosterneuburg. In den letzten Monaten haben wir viel auf Online umgestellt. Wir switchen – je nach Möglichkeit und Rahmenbedingungen. Und im Moment liegt durch Ihr soeben erschienenes Buch Ihr Hauptaugenmerk auf Hanf und CBD. Was ist CBD und wie wirkt es? Purker: CBD – Cannabidiol – ist ein Cannabinoid, wie auch das THC. CBD hat eine starke Wirkung auf den Körper, insbesondere auf die Nervenzellen. Der große Unterschied zu THC ist, dass CBD keine Rauschzustände auslöst. Daher gilt es auch nicht als Droge und fällt somit auch nicht unter das Rauschmittelgesetz. Bei der CBD-Zubereitung darf daher auch das THC nicht zu hoch sein. CBD kann bei allerlei kleineren Beschwerden eingesetzt werden, auch zur Begleitung von schulmedizinischen Behandlungen – selbstredend stets in Absprache mit den behandelnden Medizinern. Bei welchen Krankheitsbildern kann CBD zur Anwendung kommen? Purker: Zur Beruhigung bei Stresssymptomen oder Schlafschwierigkeiten. Ebenso liegen schon Studien vor, dass CBD bei Hautproblemen helfen kann – z. B. bei trockener Haut. Es kommt auch bei neuropathischen Schmerzen zum Einsatz, Restless Legs, 32 sortimenterbrief 11/21

Kopfschmerzen ... Unter ärztlicher Begleitung wird CBD, aber auch THC bei bestimmten Therapien eingesetzt – beispielsweise bei Epilepsie, Spastiken, Tourette, Alzheimer und Parkinson. Aber wie erwähnt, bei schweren Krankheiten ausschließlich auf Anordnung des Arztes. Wie wird CBD dargereicht? Purker: In der Regel in Tropfenform. Da die Cannabinoide auch im Kraut selbst enthalten sind, lassen sich diese ebenso über die Ernährung zuführen. Wichtig dabei ist, dass man weiß: Cannabinoide muss man erhitzen, um sie wirksam zu machen. Im Handel gibt es entsprechende Inhalatoren, die man dazu nutzen kann. Man kann es aber auch über die Leber verstoffwechseln – beispielsweise als Tee oder auch als Butter zu sich nehmen –, Cannabinoide sind fettlöslich. Aber wie gesagt, klassisch ist die Tropfenform. Die Tropfen stellt man aber nicht selbst her, sondern man kauft sie in der Apotheke ... Purker: Im Idealfall ja, denn dann kann man sich darauf verlassen, dass die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe passt, dass die Konzentration stimmt. Da ist man mit Produkten aus der Apotheke auf der sicheren Seite. Es gibt CBD-Tropfen in unterschiedlichen Konzentrationen zu kaufen. Ich habe auch beschrieben, wie man es mittels eines Ölauszugs selbst herstellen kann. Man findet aber vor allem auch Alle Bilder: © Patrick Prucha, save-the-moment.com photography viele Rezepte für kulinarische oder kosmetische Belange im Buch. Bei THC weiß man, dass die weiblichen Pflanzen diejenigen mit einer höheren Konzentration sind. Wie verhält sich das bei CBD? Purker: Ganz genauso. Ich habe entsprechende Fotos im Buch veröffentlicht, auf denen man deutlich den Unterschied erkennt. Wenn man sieht, wie mickrig die männliche Pflanze im Vergleich zur weiblichen ist, wird schnell klar, wo die Wirkstoffe in höherer Konzentration zu finden sind. Die weiblichen Blüten enthalten dabei das meiste CBD. Wie ist die rechtliche Situation, darf man Hanf anbauen? Purker: Es gibt einen eigenen Katalog der Nutzhanf-Pflanzen, die in der EU zugelassen sind. Diese Pflanzen dürfen nicht mehr als 0,2 % THC enthalten. Auch in der Zubereitung ist es wichtig, dass man diesen Wert nie überschreitet. Ich habe auch im Buch mehrfach darauf hingewiesen, da sich bei langem Einkochen natürlich auch die Konzentration durch die Flüssigkeitsreduktion erhöht. Hanf wird mittlerweile schon in vielen Bereichen eingesetzt. Welche Einsatzgebiete sind dabei die verbreitetsten? Purker: In der Landwirtschaft kommt Hanf stark zum Einsatz – ganze Felder werden angebaut. Der Hanf verbessert den Boden so gut, dass die nachfolgend gesund mit hanf & cbd Patricia Purker Gesund mit Hanf & CBD maudrich Naturapotheke maudrich 2021, 96 Seiten, durchgehend 4-farbig, Klappenbroschur, 978-3-99002-123-1, € 17,90 (A) angebauten Pflanzen um 10 bis 20 % mehr Ertrag bringen. Aber auch in der Kleidungs- oder Verpackungsindustrie wird er genutzt, ebenso als Nahrungsmittel – beispielsweise in Form von Hanfsamen oder Hanföl mit seinen ungesättigten Omega-3- und Omega- 6-Fettsäuren. CBD-Tropfen werden auch bei Haustieren eingesetzt – beispielsweise zur Beruhigung in der Silvesternacht. CBD wirkt bei Menschen bzw. Säugetieren einfach deswegen so gut, da der Körper selbst Cannabinoide produziert. Im Ayurveda verwendet man dafür die Bezeichnung Anandamid, was so viel wie Glückseligkeit bedeutet. Weil Cannabinoide bei allem ausgeschüttet werden, was uns glücklich macht: Schokoladeessen, Meditation, Beten, beim Orgasmus oder auch bei der Geburt ... Danke für das Gespräch! sortimenterbrief 11/21 xx

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