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sortimenterbrief november 2022

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Das österreichische Branchenmagazin für Buchmarkt, Buchverkauf und Buchwerbung. Ausgabe November 2022.

uchrezensionen

uchrezensionen www.barbara-brunner.at Die aktuellen Lesetipps von Dr. Barbara Brunner Liebe Leute, „Ein Hoch dem Tief“ hat Elfriede Ott einmal gerufen und meinte damit, dass bei Regen die Leute lieber ins Theater gehen als bei schönem Wetter. Oder vermutlich auch lieber zu Hause bleiben und lesen, vermute ich. Daher rufe ich für die dunkle Zeit des Jahres auch das Motto „Ein Hoch dem Tief“ aus und darf Ihnen ein paar Krimis empfehlen, die mir gut gefallen haben und die Ihnen vielleicht diese Zeit erhellen. Der Wiener Ernst Kaufmann studierte Musik und Literatur. Er hat schon eine Reihe von Sachbüchern, Erzählungen und Kriminalromanen verfasst und schreibt daneben Drehbücher für Film und Fernsehen. Eine weitere Passion gehört der bildenden Kunst, und so entstehen auch die Cover für seine neue Buchreihe mit dem Chefinspekor Martin Ruprecht in seinem Atelier. Der Krimi spielt in Salzburg und im Salzkammergut, und es geht um geraubte Kunstwerke, die über Jahre von hoch angesehenen Kunstexperten mit natürlich respektablen Mitteln ins Ausland verschoben werden. Blanke Gier ist der Titel dieses Romans, dessen Mitwirkende rund um Martin Ruprecht schon deshalb so sympathisch wirken, weil sie sich für Kunst interessieren, Jazz lieben, gutes Essen schätzen und einen gepflegten Umgang untereinander und auch mit den Verdächtigen pflegen. Ach ja, und ein Liebe bahnt sich auch an ... Schon wieder Salzburg, mögen Sie sagen, aber ich mag die Krimis von Manfred Baumann, weil jeder einzelne so viel Wissenswertes zu Geschichte, Kunst und Kultur dieser Stadt vermittelt, dass auch ich als fast Einheimische immer wieder Neues lerne. Salzburgrache ist der Titel des neuen Buches, dessen Cover ein Rabe ziert. Dieser Rabe lebt auf der Festung Hohensalzburg und ist Zeuge des ersten Verbrechens, das den ebenfalls sehr sympathischen Ermittler Martin Merana auch noch zur Festung Hohenwerfen und zum Schloss Moosham im Lungau führt – und ihn mit den Machenschaften der Werbebranche konfrontiert. Aber auch die politischen Verwerfungen rund um die Demonstrationen der Impfgegner sind Teil der Handlung: FFB, Freiheit für Bürger, heißt diese Radikalbürgerwehr, die seine Ermittlungen gehörig durcheinanderbringen. Merana mag man eben, mag man sagen, mit seinen Eigenheiten, alleine zu den Orten der Verbrechen zurückzukehren, um den Opfern „nahe“ zu sein, sein kultivierter Umgang mit seinen Mitarbeitern ebenso wie mit den Verdächtigen hebt sich wohltuend von den Ermittler-Klischees ab, die uns das Fernsehen gerne präsentiert. Der dritte Ermittler, mit dem ich Sie bekannt machen will, heißt nicht Martin im Vornamen, sondern Oskar, Oskar Stern, und ist Chefinspektor im LKA Linz. Auch er ist an sich ein freundlicher Mensch, der sich um eine gute Atmosphäre in seinem Team kümmert, dem ein gutes Bier und ein kräftiger Schweinebraten wichtiger sind als seine körperliche Ertüchtigung. Und wieder lässt ihn die Autorin Eva Reichl in ihrer Heimat, im Mühlviertel, ermitteln. Diesmal geht es um den lauschigen Ort Bad Kreuzen, wo ein höchst angesehener Marketing-Experte vergiftet aufgefunden wird. Dass er jahrelang seine Frau brutal misshandelt hat, kommt rasch ans Tageslicht, dass unter Umständen eine kräuterkundige Frau die Hände im Spiel hat, ebenso. Und als sich eine Reihe von Damen in die Ermittlungen einmischen, gerät das Geschehen außer Rand und Band. Auch bei Eva Reichls Krimis hat man immer wieder den Wunsch, sofort ins Mühlviertel zu fahren und die wunderbaren Plätze zu besuchen, an denen ihre – gottlob – fiktiven Verbrechen begangen wurden. Last, not least und weil Weihnachten vor der Tür steht: Bastian Zachs historische „morbide Weihnachtsgeschichten“ mit dem Titel O Tannengrauen sind herrlich schräg, abgründig, und manchmal entlocken sie beim Lesen ein boshaftes Schmunzeln. Und weil auch böse Weihnachtsgeschichten lehrreich sein können, stellt Bastian Zach jeweils an den Beginn dieser zwölf Erzählungen die Texte von berühmten Weihnachtsliedern, die quasi als betuliche Ouvertüre zu der darauffolgenden gar nicht mehr gemütlichen Handlung verstanden werden können. Und was glauben Sie, was nach „Ihr Kinderlein kommet ...“ alles passiert! Also sollen sie kommen, die Herbststürme, Regen und Nebel – und halten wir mit Lesen dagegen. Weil, Sie wissen schon: Lesen ist schön. Herzlich Barbara Brunner 32 sortimenterbrief 11/22

1. Die neue LonDon-Krimi reihe www.aravaipa.ch Hintergrundabb.: © shutterstock.com


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